Rupperswil

Vierfachmörder wird ordentlich verwahrt

Der vierfache Mörder von Rupperswil wird verwahrt. Das Bezirksgericht Lenzburg hat den 34-jährigen Schweizer am Freitag in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen.

Das Urteil des Bezirksgerichts Lenzburg in Kürze:

  • Lebenslängliche Freiheitsstrafe
  • Anordnung einer ordentlichen Verwahrung
  • Anordnung einer ambulanten therapeutischen Massnahme zur Behandlung von psychischen Störungen (vollzugsbegleitend)
  • Schuldig in allen Anklagepunkten

Vollzugsbegleitend muss der Verurteilte eine ambulante Massnahme in Form einer Therapie über sich ergehen lassen. Dazu muss er die Verfahrenskosten und andere Gebühren in Höhe von 540'000 Franken bezahlen. Auch kommen auf den Verurteilten Zivilansprüche in Höhe rund 700'000 Franken sowie Anwaltskosten hinzu.

Opferanwalt Markus Leimbacher nach dem Urteil: «Zwei Fragen bleiben offen»
Nach der Urteilssprechung gegen Vierfachmörder Thomas N. tritt Opferanwalt Markus Leimbacher vor die Medien. Gegenüber den Journalisten zeigt er sich erleichtert über den Prozessausgang. Allerdings blieben auch Fragen offen.

Quelle: az Aargauer Zeitung

Gerichtspräsident Daniel Aeschbach sagte, der Mann habe ein "Konstrukt" gehabt, dazu gehörten ein pädosexueller Missbrauch eines Kindes und vier Morde. Der Beschuldigte sei geduldig gewesen, bis er sein Konstrukt gestartet habe. Der Gerichtspräsident sprach von einem "Highway des Grauens".

Die Tötungen seien zielstrebig und konsequent erfolgt. Sie seien geplant und kaltblütig gewesen, mitleid- und empathiefrei und primitiv. Die Opfer seien regelrecht geschächtet worden. Der Täter habe mehrfach skrupellos gehandelt.

Eines der schwersten Verbrechen

Der Verurteilte hatte am 21. Dezember 2015 eines der schwersten Verbrechen der Schweizer Kriminalgeschichte verübt. Unter Drohung mit einem Messer brachte er einen 13-jährigen Buben, dessen 48-jährige Mutter, den noch schlafenden 19-jährigen Sohn und dessen 21-jährige Freundin in seine Gewalt, fesselte sie und verklebte ihnen die Münder.

Pflichtverteidigerin Renate Senn stellt sich nach dem Urteil den Medien

Nach der Verurteilung ihres Mandanten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit ordentlicher Verwahrung tritt Pflichtverteidigerin Renate Senn vor die Medien. Das «harte Urteil» sei für ihren Mandanten schwer nachzuvollziehen

Quelle: az Aargauer Zeitung

Er zwang die Mutter, Geld von zwei Banken zu holen und fesselte sie wieder, nachdem sie mit rund 11'000 Franken zurückkam. Dann verging er sich aufs Übelste am 13-Jährigen. Anschliessend tötete er alle vier Personen, zündete das Haus an und ging weg.

Kurz danach suchte er im Internet erneut Knaben, die ihm gefielen, spähte ihre Familien aus, bereitete wieder seinen Rucksack vor und fuhr an die Wohnorte der Kinder. Bevor er erneut zuschlagen konnte, wurde er am 12. Mai 2016 in Aarau gefasst.

Quelle: SDA / Aargauer Zeitung / Radio Argovia 16.3.2018

Argovia
Video Icon
Live
  • Argovia
    Argovia