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Aargau

Anklage - SAR premium cars

Es ist einer der grössten Fälle von Wirtschaftskriminalität im Kanton Aargau. Nach sechs Jahren hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft klagt einen 46-jährigen Schweizer wegen Misswirtschaft, gewerbsmässigen Betrugs und mehrfacher Veruntreuung an.

Der Angeklagte war Betreiber der SAR premium cars AG in Dintikon AG. Er ist nicht geständig, wie die Aargauer Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Strafantrag für den Mann wird an der Hauptverhandlung am Bezirksgericht Lenzburg gestellt.

Der Schweizer hatte eine Garage, die seit 2007 äusserst günstige und flexible Autoleasings anbot. Die meisten Leasings waren über die damalige Fidis Finance (Suisse) SA abgeschlossen worden.

Wegen der für die Kunden sehr vorteilhaften Leasingkonditionen konnte die SAR zwar sehr viele Kunden gewinnen, erlitt aber gemäss Staatsanwaltschaft langfristig hohe Verluste, wenn sie nach Beendigung des Leasings das Fahrzeug von Fidis zurückkaufen musste.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, dass er durch sein Geschäftsmodell die Überschuldung der SAR bis spätestens per Ende 2009 und die Zahlungsunfähigkeit bis spätestens Ende 2010 herbeigeführt hatte.

Im Zusammenhang mit Leasing-Fahrzeugen veruntreute der Beschuldige gemäss Anklage insgesamt 89 Fahrzeuge und beging bei 50 Fahrzeugverkäufen gewerbsmässigen Betrug. Er soll unter anderem die Rücknahme von Leasing-Autos verheimlicht und diese anschliessend verkauft haben.

In Bezug auf den gewerbsmässigen Betrug wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, Leasing-Autos gleichzeitig an zwei Leasinggesellschaften oder unter falschen Angaben von Fahrzeugdaten doppelt an die gleiche Leasinggesellschaft verkauft zu haben.

Der Deliktsbetrag aus den vorgeworfenen Veruntreuungen und Betrugsdelikten beläuft sich gemäss Staatsanwaltschaft auf über 17 Millionen Franken.

 

Karin Flückiger

Quelle: sda 18.12.2017

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