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Wahlen 2019

Jetzt kommt die Seniorenliste

SVP-Nationalrat Maximilian Reimann tritt bei den nationalen Wahlen im Herbst trotz der SVP-Altersguillotine noch einmal an. Er steigt als Spitzenkandidat der von ihm neu mitgegründeten Seniorenlisten Team65+ in den Wahlkampf.

Bei der Bürgerbewegung Team65+ handle es sich um eine überparteiliche Arbeitsgruppe, teilte diese am Dienstag mit. Mit einer spezifischen Seniorenliste soll die volkswirtschaftlich bedeutendste Altersgruppe in Bern ein eigenes Sprachrohr erhalten.

Die Vertreter dieser "Silver Economy" seien Garant für Stabilität und nachhaltige Entwicklung im Land. Das TEAM+65 stehe für eine liberale und sozial verträgliche Ordnung in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft ein.

Die Liste des Team65+ umfasst sechs Namen. Neben Reimann finden sich darauf als bekanntere Namen auch diejenigen der Opernsängerin Barbara Buhofer und der evangelisch-reformierten Pfarrerin Claudia Bandixen, der Direktorin der Mission 21. Beide sind zusammen mit einer weiteren Kandidatin unter 65 Jahre alt.

Neue Regeln für Langzeit-Räte


Die Aargauer SVP hatte letztes Jahr für ihre Nationalräte und ihre Nationalrätin eine sonst nur bei linken Parteien übliche Altersguillotine eingeführt. Wer über 63 Jahre alt oder mehr als 16 Jahre im Amt ist, hätte für eine weitere Kandidatur eine Zweidrittelsmehrheit im Kantonalvorstand und am Parteitag gebraucht.

Der 64-jährige Fuhrunternehmer Ulrich Giezendanner und die 65-jährige Unternehmerin Sylvia Flückiger treten von sich aus nicht mehr zu den nächsten Eidgenössischen Wahlen an. Anders liegt der Fall bei zwei anderen langjährigen Aargauer SVP-Exponenten.

Der 75-jährige Maximilian Reimann tritt zwar für die SVP nicht mehr an, setzt nun aber seine Ankündigung, eine Seniorenliste auf die Beine zu stellen, in die Tat um. Noch offen ist die politische Zukunft des 65-jährigen Luzi Stamm. Er befindet sich derzeit nach Vorfällen bei der Frühjahrssession in Bern in ärztlicher Behandlung.

Die SVP Aargau habe den Gesundheitszustand von Luzi Stamm "seit längerer Zeit mit wachsender Sorge" verfolgt, hatte die Partei Mitte März mitgeteilt. Dies sei auch der Grund gewesen, weshalb sie ihn nicht mehr für die nächsten Wahlen nominiert habe.

Die Aargauer SVP hatte bei den letzten nationalen Wahlen sieben der 16 Aargauer Nationalratssitze und einen Wähleranteil von 38 Prozent erreicht.

Michael Wettstein

Quelle: sda 19.3.2019

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