Flughafen Zürich

In der Nacht zu laut

Der Flughafen Zürich hat erstmals einen Bericht über die Fluglärmbelastung vorgelegt. Der Kanton Aargau klagt über markante Überschreitungen der Grenzwerte in der Nacht.

Tagsüber ok, zwischen 23 und 24 Uhr aber deutlich zu laut: So lautet das Fazit des ersten Berichts über die Lärmbelastung nach Vorgaben der Lärmschutzverordnung zuhanden des Bundesamts für Zivilluftfahrt BAZL. Im Bericht legt die Flughafen Zürich AG Rechenschaft für das Jahr 2015 ab. Er wurde am Donnerstag vom BAZL veröffentlicht.

Die Flughafenbetreiberin hat den Bericht verfasst, die betroffenen Kantone, das BAZL und das Bundesamt für Umwelt haben Stellung genommen. Aus dem Bericht geht hervor, dass der genehmigte Tageslärm weitgehend eingehalten wurde. Anders sieht es zwischen 22 Uhr und Mitternacht aus.

Nachtlärm durch schwere Langstreckenflieger

In der ersten Nachtstunde von 22 bis 23 Uhr weist die Flughafen Zürich AG mehr Landungen aus als erwartet. Dies führt zu einer etwas erhöhten Lärmbelastung der Südgemeinden. Gravierend werden die Überschreitungen laut Kantonen und BAZL in der zweiten Nachtstunde.

Von 23 bis 24 Uhr sind die Gebiete im Norden des Flughafens durch eine grössere Anzahl Starts betroffen - insbesondere von schweren Langstreckenmaschinen. Der Aargauer Regierungsrat merkt hierzu in seiner Stellungnahme an, die Flugzeuge der Kategorie "heavy" sorgten in der Region Würenlingen für eine massive Überschreitung der Grenzwerte.

Ursachen suchen und beseitigen

Das BAZL fordert für den Bericht 2016, den die Flughafenbetreiberin gerade verfasst, mehr Angaben: Die Verspätungen sollen detailliert ausgewiesen und die Ursachen dafür analysiert werden. Flughafen, Swiss und Skyguide sollen Massnahmen zur Einhaltung der Lärmgrenzwerte vorlegen.

Das BAZL will den Stand der Flottenerneuerung und die Auswirkung auf den Lärm wissen. Fluglärmgebühren seien ein gutes Lenkungsmittel, die Flughafen Zürich AG soll ausweisen, wie der Stand ist. Und schliesslich sei zu prüfen, ob am Abend weniger Starts möglich sein sollen, um die Verspätungen zu verringern.

Tim Eppler / Christoph Wasser

Quelle: sda 3.8.2017

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