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Sex im Aargau

Andra (28): Aus dem Leben einer Prostituierten

Argovia Morgenshow Moderator Christian Bisang war im Bienenhaus und sprach mit einer Prostituierten über ihren Beruf und ihr Leben.

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«Hallo, mein Süsser, willst du mir einen Drink bezahlen?» So wurde ich im Bienenhaus in Schinznach-Bad von Andra aus Rumänien begrüsst. Sie ist 28 Jahre alt, hat eine Tochter in Rumänien und ihre Familie weiss nichts über ihre Arbeit.

Schnell wurde ihr klar, dass ich nicht zum Vergnügen da bin. Ich möchte mehr über ihr Leben und die Arbeit als Prostituierte erfahren. Sie hat mir meine Fragen offen beantwortet. Das Gespräch hört ihr unten. 

Foto: biene-huus.ch

«Meine Familie weiss nichts davon»
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Verlockendes Geld

Eigentlich war der Ausstieg aus der Prostitution bei der 28-Jährigen schon unter Dach und Fach. Doch dann lockte sie das Geld erneut zurück in die Schweiz. «Wenn ich mit zwei Männern am Tag schlafe, verdiene ich den gleichen Lohn wie in Rumänien.»

Spass ist alles

Bei den Männer steht der Spass während dem Sex im Vordergrund - bei Andra eher weniger. Oftmals denkt sie während des Liebesakts an die Arbeit die am nächsten Tag noch ansteht oder was sie zu Abend kochen soll. Wenn sie sich allerdings sagt, dass sie heute auch Spass haben will, dann hat sie das auch.

Bei ungeschütztem Sex ist der Spass vorbei

Valentina ist Geschäftsführerin des Bienenhaus in Schinznach-Bad. Sie ist eine blonde Ukrainerin, ist mit einem Schweizer verheiratet und hat eine volljährige Tochter. Sie managt den Laden, springt als Bardame und Bodyguard ein, holt neue Mädchen in ihr Haus und sorgt dafür, dass die Prostituierten alle Papiere haben.

Geschäftsführerin trotz Jurastudium
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Neben dem Wohl ihrer Angestellten, sind ihr Sauberkeit und Sicherheit wichtig. «Wenn ein Mädchen ungeschützten Sex hat, kann sie nach Hause», sagt Valentina. Klare Worte. Das Leben als Geschäftsführerin im Bienenhaus sei immer wieder eine Herausforderung.

Valentina: Kondom ist Pflicht
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Fachstellen für Sexarbeiterinnen

Wenn eine Prostituierte mit einem Anliegen nicht zu ihrer Vorgesetzten gehen will, gibt es in der Schweiz diverse Fachstellen. Die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) beispielsweise, steht Sexarbeiterinnen beratend zur Seite. Ausserdem beschäftigt sich die Stelle mit Frauenhandel. Dies können Migrantinnen sein, die mit falschen Versprechen in die Schweiz gelockt werden und anschliessend gewaltsam zu Prostitution, oder anderer Arbeit gezwungen werden.

Christian Bisang

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