27.3. Gruusige Bade-Enten
Schweiz

Vier von fünf Bade-Enten sind voller krankheitserregender Bakterien

In vier von fünf benutzten Bade-Enten wurden potenziell krankheitserregende Bakterien nachgewiesen.

Die Eawag, das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs, schreibt in einer Mitteilung von heute von "hässlichen Bade-Entchen". Denn im Innern der weichen Plastiktiere können sich "üppige Teppiche aus Bakterien und Pilzen" bilden. Eine Gruppe von Forschenden der Eawag, der ETH Zürich und der Illinois-University haben untersucht, welche Mikroorganismen sich in den Plastiktieren wohlfühlen. Das Resultat fiel, wie die Eawag schreibt, "nicht appetitlich" aus: Es haben sich pro Quadratzentimeter zwischen 5 Millionen und 75 Millionen Zellen auf den Plastikflächen getummelt. Auf 60 Prozent der real verwendeten und auf allen im Schmutzwasser getesteten Entchen haben die Forscher diverse Pilze nachgewiesen. Und in 80 Prozent der Wasserspielzeugsachen fanden sie Vertreter potenziell krankheitserregender Bakterien - darunter Legionellen oder die als hartnäckige Krankenhauskeime bekannten Stäbchenbakterien Pseudomonas aeruginosa.

Dass sich die üppigen Biofilme bilden können, führen die Forscher auf zwei Faktoren zurück: Einerseits auf das Spielzeugmaterial, andererseits auf die Badenden selbst. Denn das Leitungswasser, dem die Entchen ausgesetzt sind, weist in der Regel so niedrige Nährstoffkonzentrationen auf, dass Bakterien nur minimal wachsen können, hält die Ewawag fest. Doch die Tiere selbst stellen eine Nährstoffquelle dar: "Denn aus dem weichen Plastikmaterial - oft qualitativ minderwertige Polymere - wird viel organischer Kohlenstoff freigesetzt. Zusätzliche Bakterien gelangen durch den Badenden in die Wanne - von dessen Körper, durch mitgebrachten Schmutz oder von Pflegeprodukten wie Shampoos und Cremen.

Sollten nun die Plastiktiere aus den Badewannen verbannt werden, nach jeder Benutzung aufwändig gereinigt werden, oder soll der Wasserspritz-Spass mit dem Zukleben des Lochs unterbunden werden? Forscher Frederik Hammes sieht einen anderen Weg: "Strengere Vorschriften für die Polymere, die für die Entchen verwendet werden." Dies habe für problematische Chemikalien schliesslich auch geklappt.

Laut Eawag kann es bei anfälligen oder empfindlichen Kindern, die sich mit der Brühe aus den Entchen bespritzen, zu Entzündungen an Augen und Ohren oder zu Magen-Darm-Infekten kommen. Wie Forscher Hammes in der Mitteilung zitiert wird, könnte dies aber auch die Immunabwehr stärken. "Dann ist es positiv."

Olivia Folly