Sport

«Interesse Doping aufzudecken fehlt»

Am Antidoping-Symposium in Magglingen haben die Referenten Matthias Kamber (Direktor Antidoping Schweiz), Matthias Simmen (Ex-Biathlet) und Hajo Seppelt (ARD-Journalist) hochinteressante Referate gehalten.

Die Experten gingen der Frage nach: «Ist dopingfreier Spitzensport die Illusion einer heilen Welt?» Hajo Seppelt (Bild Mitte), deutscher Investigativ-Journalist und Doping-Experte der ARD, beleuchtete die Rolle der Medien im Umgang mit der Doping-Thematik. Dabei erhielten die Sportjournalisten allgemein bei ihrer Berichterstattung ungenügende Noten. Viele Sportjounalisten bzw. Journalisten würden zu wenig kritisch und mit der nötigen Distanz berichten, so Hajo Seppelt, der den russischen Dopingskandal letztes Jahr aufdeckte. Und in diesem Jahr die Dopingmachenschaften bei den afrikanischen Leichtathleten und Wunderläufern in Kenia. Nach Ansicht des 54-jährigen Berliners fehlt in der Sportwelt das Interesse, dieses System durchzubrechen. Zu eng verbandelt seien alle Akteure. 

30 Jahre Doping-Bekämpfung

Matthias Kamber, Direktor Antidoping Schweiz (Bild rechts), zog Bilanz über 30 Jahre Doping-Bekämpfung in der Schweiz. «Vollständig dopingfreier Sport ist eine Illusion», so Kamber. Aber keine Illusion sei es, den Sport möglichst dopingfrei zu halten. 

Interview mit Matthias Kamber
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«Gerne an Gurgel gegangen»

Matthias Simmen, ehemaliger Biathlet mit Teilnahmen an sieben Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spielen erzählte von der Ohnmacht, von Athleten geschlagen zu werden, mit denen er in den Vorbereitungswettkämpfen noch auf Tuchfühlung gewesen sei. Freundschaften mit Konkorrenten seien daran zerbrochen. «Gerne wäre ich dem einen oder anderen Dopingsünder an die Gurgel gegangen», so Simmen im Interview mit Radio Argovia.

Interview mit Matthias Simmen
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Roland Kündig

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