Europa ist haarscharf am Blackout vorbeigeschrammt
Stromversorgung

Europa ist haarscharf am Blackout vorbeigeschrammt

Anfang dieses Jahres kam es in Europa beinahe zu einem Blackout. Wären wir auf eine solche Situation überhaupt vorbereitet gewesen?

Am 8. Januar 2021 gab es Störungen im europäischen Stromversorgungssystem, welche zu einer weitreichenden Netzauftrennung führten. Diese konnte durch hervorragende Arbeit der europäischen Übertragungsnetzbetreiber nach rund einer Stunde wieder behoben werden.

Aber was, wenn das Problem nicht so schnell hätte behoben werden können?

Elektrizität ist der Herzschlag unserer Gesellschaft. Aber was, wenn dieser plötzlich aussetzen würde – Für Minuten, Stunden oder sogar Tage? Die Ursache: ein Hackerangriff oder ein Zusammenbruch der Netze.

Die Geräte geben ihren Dienst auf. Für Licht werden Kerzen angezündet oder die Taschenlampe verwendet. Der Kühlschrank funktioniert nicht mehr und die Wasserversorgung wird plötzlich knapp. In den Lebensmittelläden werden die Preise von Hand zusammengerechnet, weil die Kasse streikt. Auf den Strassen herrscht Chaos, weil die Lichtsignale ausfallen.

Wären wir auf ein solches Szenario überhaupt vorbereitet?

«Auf Seite Vorbereitung wird einiges getan. Es werden immer wieder Übungen gemacht, welche uns die Schwachstellen aufzeigen. Zudem versucht man die Stromnetzte dauernd zu verbessern. Auch für die Bewältigung eines Blackouts wird durch Notstromaggregate vorgesorgt.», sagt Stefan Brem, Leiter des Fachbereichs Risikogrundlagen und Forschungskoordination vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Laut ihm wäre ein totaler Stromausfall durchaus möglich.

Kaspar Haffner, Mediensprecher der SWISSGRID ist, ist hier anderer Ansicht. «Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu flächendeckenden Stromausfällen kommt, ist äusserst gering. Zur Erklärung: Man stelle sich ein Netz aus Fäden vor. Je enger dieses Netz geknüpft ist, desto geringer sind die Auswirkungen, wenn ein Faden reisst. Dies trägt zu dieser Sicherheit des Übertragungsnetzes bei.» Zudem liesse sich sagen, dass zumindest das Schweizer Übertragungsnetz zu den stabilsten und sichersten der Welt gehöre, sagt Haffner weiter.

Ob es wirklich je zu einem Blackout kommt, gehört demnach ins Reich der Theorie. Aber gerade ein solcher Vorfall wie jener des 8. Januars zeigen, wie abhängig der Mensch vom Strom ist.