Foto: Keystone

Graubünden

Erneuter Bergsturz in Bondo

Ein zweiter grosser Bergsturz traf das Bündner Südtal Bergell. Leute mussten flüchten, Teile der Strasse am Maloja wurden verschüttet.

Am Donnerstagabend gab es einen erneuten Bergrutsch mit Murgang während eines starken Gewitters. Die Geröllmassen gelangten erneut bis vor Bondo. Getroffen wurden Strassen und Häuser. Meldungen über Verletzten gab es keine.

Die Mure nach den Gesteinsabstürzen wälzte sich danach durch das Seitental Val Bondasca bis ins Auffangbecken vor Bondo in der Bergeller Talsohle. Sie füllte das in den letzten Tagen teilweise entleerte Becken, passierte die neue Kantonsstrasse und füllte auch das Bachbett der Maira. Durch den Erdrutsch wurdenStromleitungen in der Umgebung beschädigt, so dass das Licht ausfiel. 

Ein bei Twitter hochgeladenes Zeugenvideo zeigt den ersten Felssturz bei Bondo mit riesigen aufsteigenden Staub- und Partikelwolken.

Mit dem Helikopter gerettet
Nach Angaben der Gemeinde Bregaglia wurde auch die Strasse am Maloja auf der rechten Talseite mit Schlamm zugedeckt. Die Bewohner und Hotelgäste im Ortsteil Spino gegenüber von Bondo wurden in Sicherheit gebracht. Viele Einwohner mussten mit dem Nötigsten fliehen.

Zwei ältere Erwachsene wurden in einem Gebäude eingeschlossen. Die Rega konnte sie mit einer Winde unverletzt bergen. In Bondo und angrenzenden Siedlungen wurden Häuser teil komplett zerstört. Einige beim ersten Bergsturz am Mittwoch letzter Woche verschonte Strassen von Bondo wurden nun endgültig mit Schlamm überflutet.

Acht Tote beim ersten Bergsturz
Nach wissenschaftloichen Untersuchungen wurde bekanntgegeben, dass nach dem Ereignis vom Mittwoch letzter Woche ein weiterer Bergsturz mit Murgang erwartet worden war. Am Grenzberg Piz Cengalo befanden sich 500'000 bis eine Million Kubikmeter Gestein in akuter Absturzgefahr. Die Wetterdienste hatten am Donnerstag grosse Regenmengen angekündigt, was als fördernder Faktor eines Bergsturzes gilt.

 

Quelle: sda 1.9.2017

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