Foto: Keystone / Audio: az Aargauer Zeitung

Türkei

Erdogan siegt und spaltet das Land

Mit 51.3 Prozent JA-Stimmen fiel die Abstimmung knapper aus als von Erdogan im Vorfeld erwartet. Die Abstimmung spaltet das Land. Unser Mann vor Ort schätzt für uns die Lage ein.

Rund 55 Millionen Wahlberechtigte waren zur Teilnahme an der Volksabstimmung aufgerufen. 51.3 Prozent sagten schliesslich Ja zum neuen Präsidialsystem. Damit erhält Präsident Erdogan noch mehr Macht und wird künftig Präsident und Regierungschef in Personalunion sein. Der Einfluss von Staatsanwaltschaft und Justiz wird geschwächt. 

Misstrauen der Opposition ist gross

Die Opposition zweifelt am Resultat. Die Parteien wittern Manipulation und wollen das Ergebnis anfechten. Das Misstrauen am Tag nach der Abstimmung sei entsprechend gross, sagte die türkisch-stämmige Nationalrätin der Grünen Sibel Arslan. Und auch Watson-Redaktor Can Kgil sagte im Argovia Interview: «Es wird künftig diktatorische Züge annehmen.» Kgil verfolgt die Entwicklung live vor Ort. 

Erdogan spaltet die Türkei
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Türken in der Schweiz sagten Nein

Die türkische Opposition in der Schweiz geht davon aus, dass Türken hierzulande nach dem Referendum vermehrt ausspioniert werden. Die Türken, welche in der Schweiz abgestimmt haben, stimmten mit etwas über 60 Prozent gegen das Präsidialsystem. Der Demokratische Kongress der Völker Schweiz wünscht sich nun von der Schweizer Regierung Kritik an den Vorgängen. Für Hakan Gürgen steht ausser Zweifel, dass das Referendum manipuliert wurde. Es sei «klarer Betrug», dass Stimmzettel ohne Stempel akzeptiert worden seien, sagte der Vertreter des Demokratischen Kongresses der Völker (HDK) am Montag der Nachrichtenagentur sda. Der HDK ist die treibende Kraft hinter der Gründung der Oppositionspartei HDP.

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