Eltern-Mörder ist schuldunfähig
Sarmenstorf

Eltern-Mörder ist schuldunfähig

Ein 33-Jähriger, der 2015 in Sarmenstorf im Wahn seine Eltern erstochen hat, ist schuldunfähig. Das Bezirksgericht Bremgarten verfügte deshalb eine stationäre therapeutische Massnahme.

Ein 33-Jähriger, der 2015 in Sarmenstorf im Wahn seine Eltern erstochen hat, ist schuldunfähig. Das Bezirksgericht Bremgarten verfügte deshalb am Donnerstag eine stationäre therapeutische Massnahme.

Das Gericht folgte bei seinem Entscheid den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Der Beschuldigte habe sich zur Tatzeit in einem «akuten Wahnzustand» befunden, sagte der Gerichtspräsident bei der Urteilseröffnung. Im strafrechtlichen Sinne könne er deshalb nicht schuldig gesprochen werden.

Er müsse jedoch alles unternehmen, damit so etwas nicht mehr geschehen könne. Die angeordnete stationäre Massnahme sei eine Chance dazu.

Ausschlaggebend für den Entscheid des Gerichts war ein psychiatrisches Gutachten. Gemäss diesem befand sich der 33-jährige Schweizer zur Tatzeit in einem akut psychotisch-wahnhaften Zustand. Er litt und leidet heute noch unter paranoider Schizophrenie.

Der Beschuldigte war in Fussfesseln in den Gerichtssaal geführt worden. Die Fesseln wurden dem Mann auf Wunsch des Gerichtspräsidenten während der Verhandlung abgenommen.
Der Beschuldigte sagte vor Gericht, er habe noch heute «schreckliche Bilder» im Kopf. An den Tathergang könne er sich aber nicht erinnern. «Wenn etwas so Schreckliches geschehen konnte, muss etwas mit mir nicht in Ordnung gewesen sein.»

Gemäss Anklage bestand während Monaten ein gespanntes Verhältnis zwischen den Eltern und ihrem Sohn. Dieser hatte das Gefühl, nicht korrekt behandelt zu werden. Zudem habe seine Mutter ihn «unter Beimischung von Würmern im Essen» umbringen wollen.

Am 8. Juli 2015 plante er deshalb eine Aussprache mit den Eltern und fuhr zu deren Haus in Sarmenstorf. Innert kurzer Zeit artete die verbale Auseinandersetzung in Tätlichkeit aus. Der Sohn packte seine 60-jährige Mutter an der Schulter und schüttelte sie durch. Daraufhin schlug sein 64-jähriger Vater mit einem Stuhl auf ihn ein.

Schliesslich griff der Sohn zu einem im Hosensack mitgeführten Klappmesser und fügte der Mutter und dem Vater 35 Stich- und Schnittverletzungen an Hals, Brust und Rücken zu. Danach verliess er das Haus. Die beiden Opfer verbluteten in der Küche.

Die Leichen wurden noch am gleichen Abend vom zweiten Sohn des getöteten Ehepaares gefunden. Der Täter wurde am folgenden Tag in der Wohnung seiner Schwester in Fahrwangen AG festgenommen. Gleich in der ersten Einvernahme gab er zu, seine Eltern umgebracht zu haben.

Der Mann befand sich seit September 2015 im vorzeitigen Straf- und Massnahmenvollzug in der Strafanstalt Bostadel in Menzingen ZG. Am vergangenen Montag wurde er die psychiatrische Klinik Königsfelden AG überwiesen.

Quelle: Radio Argovia / SDA