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Aargau

Auf Jobsuche per Plakat

«60 na und !?!, (Traum-) Job gesucht» steht gross auf dem Plakat geschrieben, welches ab Morgen beim Neumarkt in Brugg hängt.

Aufmerksamkeit ist alles - dies gilt auch bei der Jobsuche. In letzter Zeit gab es mehrere Fälle, in denen Stellensuchende per öffentlichem Plakat auf sich aufmerksam machten. Jetzt auch im Aargau mit Plakaten beim Neumarkt in Brugg, auf welchen gross steht: «60 na und !?!, (Traum-) Job gesucht». 

Dahinter steckt Heidi Gurtner aus der Region Brugg. Sie ist kaufmännische Angestellte mit Erfahrungen im HR-Bereich. Vor einem halben Jahr verlor sie mit  59-Jahren ihren Job und ist seither auf Stellensuche. Über 200 Bewerbungen habe sie im letzten halben Jahr geschrieben, immer sei sie gescheitert. Sie vermutet, dass jüngere bevorzugt wurden, auch wenn das nicht so explizit in der Absage vermerkt war.

Auf die Idee für das Plakat kam sie durch einen Zeitungsbericht über eine junge Frau, die im Zürcher HB Plakate mit ihrem Stelleninserat schaltete. «Das will ich auch», dachte sie sich. Gestalterisch und finanziell wurde Heidi Gurtner von Freunden unterstützt.

«Man muss der Typ dazu sein»

Aber ist ein Plakat wirklich der richtige Weg, um eine Stelle zu suchen? Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht. Laut Brigitte Basler vom Mentoring-Programm Tandem 50 plus muss man sich der Risiken bewusst sein: «So in der Öffentlichkeit zu stehen ist nicht jedermanns Sache», sagt Basler. Auch könne ein Arbeitgeber solche Aktionen negativ bewerten.

Grundsätzlich sei es gut, kreativ auf sich aufmerksam zu machen. Das könne aber auch an einem Apéro oder in der Zeitung sein. Bewusst sein müsse man sich aber auch: Nur aufgrund eines Plakats erhält man keinen Job. Das beste Plakat bringt nichts, wenn die Fähigkeiten und Anforderungen nicht stimmen.

Michael Wettstein

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