Foto: Keystone

Aargau

Zwei Greenpeace-Aktivisten verurteilt

Mehr als drei Jahre nach einer Protestaktion der Organisation Greenpeace auf dem Gelände des AKW Beznau sind zwei beteiligte Aktivisten zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt worden.

Das Bezirksgericht Zurzach verurteilte die beiden Aktivisten einzig wegen Hausfriedensbruchs. Ein 49-jähriger Schweizer kassierte eine unbedingte Geldstrafe von 80 Tagen zu 70 Franken und ein 32-jähriger Schweizer eine unbedingte Geldstrafe von 60 Tagen zu 50 Franken.

Der Gerichtspräsident sprach die beiden Männer vom Vorwurf frei, mit ihrer Aktion gegen das Kernenergiegesetz verstossen zu haben. Das Verfahren wegen Sachbeschädigung wurde eingestellt. 

Die Aktivisten hatten bei der Aktion für die Stahlanker 15 Löcher in die Betonhülle des Sicherheitsgebäudes des AKW Beznau II gebohrt. Die Löcher mit einem Durchmesser von 8 Millimetern auf einer Höhe von rund 15 Metern waren 6 bis 8 Zentimeter tief.

Der Gerichtspräsident begründete den Freispruch damit, dass die nukleare Sicherheit der Anlage wegen der Bohrlöcher nicht beeinträchtigt gewesen sei. Daher sei die Voraussetzung für eine Verurteilung gemäss Kernenergiegesetz nicht gegeben. Er stützte sich dabei auch eine Feststellung der Atomaufsicht ENSI.

Freude bei Greenpeace

Bei Greenpeace ist man sehr zufrieden mit dem heutigen Urteil. In einer Mitteilung heisst es: «Greenpeace Schweiz ist erfreut über den Entscheid und dankt den Aktivisten für ihren Einsatz für die Sicherheit der Schweizer Bevölkerung. Die Aktion hat sich im Nachhinein als noch wichtiger erwiesen, als sie ohnehin schon war.»

Protestaktion am frühen Morgen

In einer koordinierten Aktion hatten am Morgen des 5. März 2014 kurz vor 7 Uhr insgesamt 58 Greenpeace-Aktivisten das AKW-Gelände gestürmt. Einzelne Personen bestiegen des Gebäude des Reaktors II.

Am Sicherheitsgebäude und am Portalkran wurden Transparente angebracht. Weitere Aktivisten zerschnitten den Stacheldraht und gelangten mit mitgebrachten Leitern ins Sicherungsareal. Die Betriebswache des AKW Beznau konnte nur einige wenige Personen stoppen.

Christoph Wasser / Michael Wettstein

Quelle: sda 25.10.2017

Argovia
  • Argovia
    Argovia