Foto: Keystone (Symbolbild)

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Im Labor gezüchtete Knochen könnten bald Orthopädie-Patienten helfen

Israelische Forscher haben einem Patienten im Labor gezüchtetes Knochengewebe aus körpereigenen Zellen implantiert. Nun  schöpfen schwierige Orthopädie-Patienten Hoffnung.

Mit dem gezüchteten Knochengewebe sei eine Lücke von vier Zentimetern in seinem Schienbein geschlossen worden, sagte der behandelnde Arzt Nimrod Rozen vom Haemek Spital im Norden Israels an einer Medienkonferenz. Der Eingriff sei bislang einmalig. 

Die israelische Firma Bonus Biogroup in der Küstenstadt Haifa hat das Knochengewebe gezüchtet. Dafür wurde dem Patienten Fettgewebe abgesaugt, wie Firmenchef Schai Meretzki das Verfahren erklärt. Innerhalb von zwei Wochen wird damit später im Labor Knochengewebe gezüchtet. 

Innerhalb von zwei Monaten entwickle sich das Gewebe dann zu einem Knochen. Der neue Knochen verhalte sich ganz normal, bei Jugendlichen etwa wachse er mit. Meretzki: «Weil jeder Patient einen Knochen bekommt, der aus seinen eigenen Zellen geschaffen wurde, gibt es keine Nebenwirkungen, es besteht nicht die Gefahr einer Immunabwehr.»

Joachim Nickel, Wissenschaftler am Lehrstuhl für Gewebezüchtung am Universitätsklinikum im deutschen Würzburg, erklärt: «Die Alternative bei einer solchen Knochenfraktur ist, dass man einem Patienten an einer gesunden Stelle des Körpers Knochen entnimmt und an die defekte Stelle transplantiert.» Er verweist auf Zahlen, wonach in der westlichen Welt bis zu jeder zehnte Bruch nicht selbständig verheilt. «Für alle diese Fälle käme das eben infrage», sagt er.

Die israelischen Wissenschaftler betonen, dass Menschen vor allem durch den Alterungsprozess, Infektionen oder Tumore Knochen verlören. So könnten mit dem Verfahren auch etwa durch Osteoporose brüchige Knochen wieder gefestigt werden. 

Quelle: watson.ch 9.3.2018

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