Kleiner Ausbruch auf dem Stromboli vor Sizilien, Italien

Foto: Corrado Filipponi / Audio: CH Media

Reisewelten

Wenn ein Reisefotograf Ferien macht

Wie und wo macht eigentlich jemand Ferien, der beruflich viel reist? Reisefotograf Corrado Filipponi erzählt es in seinem neusten Blog-Eintrag.

Ich bin das ganze Jahr viel beruflich als Reisefotograf unterwegs. In vielen verschiedenen Ecken dieser Erde. Dass das für mich keine Ferien sind, ist nicht immer allen andern klar. «Aha, du warst wieder in den Ferien? Schön, so lange Ferien zu haben.» Wenn ich dann spontan antworte, gerade von einer langen Reise zurückgekehrt, dass die letzten Ferien auch schon wieder über ein Jahr zurückliegen, verstehen viele die Welt nicht mehr.

Wenn ich nach einem zwei- bis dreimonatigen Trip zurückkehre, bin ich meist fix und fertig, da ich in der Zeit sehr viel arbeitete, alles unter einen Hut bringen musste und somit keinen Moment die Füsse hochlagern konnte. Ich will ja nicht jammern, ich habe den besten Job der Welt, aber wenn ich wieder in der Schweiz bin, mache ich meist eine Woche Ferien in meiner Wohnung, mache so gut es geht nichts. Abends mit Freunden in Winterthur ein Bier trinken, ein Fussballspiel auf der Schützenwiese besuchen, der Töss entlang laufen und Ähnliches. Das sind dann meine Ferien.

Alle zwei Jahre gönne ich mir aber auch richtig Ferien, um die Batterien aufzuladen. Dann kommt meist auch keine Fotokamera mit, das Mobiltelefon tut es dann. Auch versuche ich in der Zeit – es sind meist zwei Wochen am Stück – nicht zu viel zu planen, denn das mache ich ja schon auf meinen beruflichen Touren. So nutze ich die Zeit, um einfach mal auszuspannen.

Viele fragen dann nach meinen Destinationen, wohin einer in die Ferien reise, der schon sehr viel von dieser Welt gesehen hat. Nie so weit, wie meine Reisen sonst gehen. Das Tessin, Sizilien, Kroatien, Frankreich, Andalusien und neulich nach Portugal, das sind dann meine Feriendestinationen. Meist mit dem Auto von Zuhause aus oder dann mit Mietauto. Eine Woche stationär irgendwo entspannen und dann die zweite Woche, wenn es mich bereits stark unter den Nägeln zu brennen beginnt, kleine Reisen durch die jeweilige Gegend. Mehr als 2-3 Tage nichts machen halte ich nicht aus, und mehr als 2-3 Stunden am Strand oder Pool schon gar nicht.

Dann freue ich mich, wenn es bald wieder an die Arbeit geht. Ob Fotoreise, Produktion einer neuen Show oder damit dann als Referent auf Schweiz-Tournee.


Über den Autor


Corrado Filipponi ist ein bekannter Schweizer Reisefotograf, der seit 1989 als Weltentdecker und Fotograf unabhängig durch über 80 Länder auf sechs Kontinenten reiste. Der 50-Jährige hält jährlich über 50 Referate und Präsentationen. Er hat insgesamt 12 Multivision Fotoreportagen produziert. Für «Reisewelten» schreibt er jeden Monat einen exklusiven Reisetipp. Seine aktuellen Projekte und Tourneen findet ihr auf www.dia.ch.

Corrado Filipponi

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