Reisewelten – Dieser Leuchtturm in Dänemark ist umgezogen
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Dieser Leuchtturm ist umgezogen

Um diese Touristenattraktion von den Wanderdünen zu retten, ist sie kurzerhand an einen sichereren Ort platziert worden.

Er steht nicht mehr da, wo er mal stand. Aber dazu später mehr. Der Leuchtturm Rubjerg Knude, im dänischen Jütland nahe Lönstrup auf einer Sandklippe, ist mehr als 100 Jahre alt. Damals, anfangs 1900 stand er noch über 200 Meter landeinwärts und war wichtiger Signalgeber für die Schiffahrt entlang Dänemarks Westküste.

Der 23 Meter hohe Turm wurde mit der Zeit vom Dünensand zugedeckt, bis man ihn nicht mehr sehen konnte. Deshalb wurde der Leuchtturm 1968 stillgelegt. Als die Wanderdünen in nordwestlicher Richtung weiterzogen, wurde er wieder freigelegt. Der Turm drohte in den nächsten Jahren in die Nordsee zu stürzen, da die Abbruchsufer jedes Jahr zwei Meter erodierten.

Dem ist man jetzt zuvorgekommen. Das Fyr, der ganze Leuchtturm wurde verschoben. Anderthalb Jahre wurde gerechnet und geforscht, wie man die Touristenattraktion retten kann. Es wurde entschieden Löcher ins Fundament zu bohren und mit Streben und Schienen den Koloss zu verrücken.

Der 700 Tonnen schwere Brocken wurde mit hydraulischen Hebezylindern angehoben und bekam spezielle Rollschuhe angelegt. So rollte er insgesamt achtzig Meter landeinwärts weg von der Küste, die er hinabzustürzen drohte. Nach knapp sechs Stunden erreichte der Leuchtturm seinen neuen Standort. Dort darf er sich nun 30 oder 40 Jahre ausruhen, dann hat ihn die Nordsee wieder eingeholt.


Über den Autor



Corrado Filipponi ist ein bekannter Schweizer Reisefotograf, der seit 1989 als Weltentdecker und Fotograf unabhängig durch über 80 Länder auf sechs Kontinenten reiste. Der 50-Jährige hält jährlich über 50 Referate und Präsentationen. Er hat insgesamt 12 Multivision Fotoreportagen produziert. Für «Reisewelten» schreibt er jeden Monat einen exklusiven Reisetipp. Seine aktuellen Projekte und Tourneen findet ihr auf www.dia.ch.

Corrado Filipponi