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Sonnenfinsternis: Wo die Sicht am besten ist und was machen ohne Brille?

Wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, ist das jeweils ein grosses Ereignis. (Symbolbild)
Foto: KEYSTONE/DPA/HENNING KAISER
Sonnenfinsternis

Sonnenfinsternis: Wo die Sicht am besten ist und was machen ohne Brille?

Bis zu 93 Prozent Abdeckung kurz vor Sonnenuntergang: Heute gibt es in der Schweiz die grösste Sonnenfinsternis seit 1999. Was für den perfekten Blick nötig ist:

Ohne Schutzbrille nicht hinsehen

Ohne zertifizierte Schutzbrille empfiehlt es sich die Sonnenfinsternis nur per Livestream im Netz zu schauen - auf keinen Fall solltest du direkt in die Sonne blicken, warnen Experten. Die Atmosphäre und das besondere Gefühl wenn es plötzlich dunkel wird, bekommst du auch so mit.
Per Smartphone kannst du dazu online verfolgen, wie sich der Mond vor die Sonne schiebt. So erlebst du die Sonnenfinsternis intensiv aber ohne Risiko.
Den Live-Stream aus Schweizer Perspektive gibt es hier bei den Kollegen von SRF ab 19 Uhr.

Ausserdem auch eindrucksvoll:
ZDF/Terra X zeigt hier ab 20 Uhr live aus Mallorca mehrere Perspektiven der dort totalen Sonnenfinsternis

Die ESA macht eine Liveübertragung vom Observatorio Astrofísico de Javalambre, Teruel (Spanien)

Die NASA zeigt die Sonnenfinsternis in ihrem offiziellen Youtube-Channel aus mehreren Perspektiven der Erde:

Um welche Zeit findet die Sonnenfinsternis in der Schweiz statt?

Der erste Kontakt des Mondes mit der Sonnenscheibe lässt sich in der Region Bodensee ab etwa 19.24 Uhr beobachten. Ihren Höhepunkt erreicht die Verfinsterung kurz vor dem Ende des Ereignisses, das mit dem Sonnenuntergang gegen 20.45 Uhr in Genf zusammenfällt. Je nach Standort verdeckt der Mond dabei zwischen 91 Prozent (in der Bodenseeregion) und 93 Prozent (in Genf) der Sonne. Im Argovialand geht es um ca. 19.30 Uhr los und endet überall mit Sonnenuntergang.

Von wo aus ist sie am besten sichtbar?

Entscheidend für die Wahl des Beobachtungsorts ist ein freier Blick in Richtung Westen und Nordwesten, weil da die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief steht, wie Marc Eichenberger, Präsident der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt. «Die Gipfel der Voralpen oder auch das Mittelland sind sehr gut geeignet - wenngleich man auch dort stets darauf achten muss, dass kein Hügel oder sonstiges Hindernis die Sicht nach Westen-Nordwesten versperrt», so Eichenberger. Tiefe Bergtäler seien hingegen klar im Nachteil, weil umliegende Bergketten die Sonne vorzeitig verdeckten.

Spielt das Wetter mit?

Die Wetterbedingungen sehen gemäss den Prognosen von Meteoschweiz gut aus. Wolken dürfte es insbesondere im Mittelland kaum geben. In den Alpen könnten Gewitterwolken die Sicht einschränken.

Reicht eine Sonnenbrille, um die Finsternis zu beobachten?

Nein, Sonnenbrillen sind für die Beobachtung der Sonnenfinsternis nicht geeignet. Zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen sind unverzichtbar.

Warum darf ich nicht mit einer Sonnenbrille schauen?

David Urech von Urech Optik in Aarau erklärt.

Der Blick zur Sonne durch ein ungeschütztes optisches Instrument wie Ferngläser oder Fernrohre «wird in Sekundenbruchteilen zur Erblindung führen», warnt die SAG. Dies gelte auch, wenn die Sonne teilweise durch den Mond verdeckt werde. Wer keine spezielle Brille hat schaut definitiv besser nur online (Links siehe oben). So erlebt man ebenso wie es dunkel wird und hat auf dem Handy besten Blick darauf, was am Himmel passiert (evtl. leicht zeitverzögert, was dem Erlebnis aber nicht schaden sollte - allemal besser als Schäden davon zu tragen).

Auch dein Smartphone oder andere Kameras solltest du ohne speziellen Filter nicht für das Ereignis verwenden, denn auch deine Kamera-Linse kann beschädigt werden.

Ich bin am 12. August verhindert. Wann gibt es die nächste Chance, eine Sonnenfinsternis zu beobachten?

Wer das Spektakel verpasst, muss sehr lange warten: Eine partielle Sonnenfinsternis dieser Grössenordnung ist in der Schweiz erst wieder im Jahr 2075 zu sehen. Dass solche Ereignisse lokal so selten sind, liegt am schmalen Schatten des Mondes, der nur einen etwa 150 bis 200 Kilometer breiten Streifen auf der Erde abdeckt. Dass dieser Streifen genau die Schweiz trifft, ist reine Glückssache. Global betrachtet treten Sonnen- und Mondfinsternisse zwar etwa alle sechs Monate auf, erfordern jedoch die Bereitschaft, an den jeweiligen Ort des Geschehens zu reisen. Die letzte totale Sonnenfinsternis auf Schweizer Boden fand 1842 im Tessin und Puschlav statt.

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Quelle: sda
veröffentlicht: 12. August 2026 15:45
aktualisiert: 12. August 2026 16:33