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Seid ihr bei Uber, Swisscom, Digitec oder einer dieser 4 Firmen registriert? Falls ja ...

Yahoo!, Uber, Swisscom, Galaxus/Digitec, Groupe Mutuel, DVD-Shop.ch, EOS Schweiz: Wenn ihr bei einer dieser Firmen ein Benutzerkonto habt (oder hattet), dann sollte euch der Cybercrime-Bericht des Bundes interessieren.

DatenabflĂŒsse haben im vergangenen Jahr viel zu reden gegeben. Der Internet-Konzern Yahoo! musste eingestehen, dass bei einem Hacker-Angriff die Daten aller Kunden gestohlen wurden. Uber und der US-Finanzdienstleister Equifax waren weitere prominente Hacker-Opfer. Uber vertuschte einen massiven Hackerangriff zunĂ€chst und musste schliesslich eingestehen, dass 57 Millionen Kundendaten weg sind. Statt die Behörden oder Betroffene zu informieren, bezahlte Uber den Hackern 100'000 Dollar, damit sie die gestohlenen Daten vernichteten.

Bei Equifax hatten Kriminelle in hunderttausenden FĂ€llen Zugriff auf sensible Daten von US-BĂŒrgern wie Sozialversicherungs- oder Kreditkartennummern.

Datenlecks bei Swisscom und Digitec sind nur Spitze des Eisberges

In der Schweiz hatte die Swisscom einen Datenabfluss mit 800'000 Kunden-DatensĂ€tzen zu beklagen. Ebenfalls von Datenlecks betroffen waren Digitec, Groupe Mutuel, dvd-shop.ch oder die Inkassofirma EOS Schweiz, um nur die Spitze des Eisberges zu nennen. Besonders brisant: «Offenbar haben Ärzte auf einem Portal von EOS ganze Krankenakten hochgeladen», heisst es im Bericht des Bundes.

Betroffen sind viel mehr Firmen als publik gemacht wird, da es in der Schweiz bislang keine gesetzliche Meldepflicht fĂŒr CybervorfĂ€lle gibt. 

Regel Nummer 1: Passwort Àndern

Auf jeden Fall gilt bei allen aufgezÀhlten Firmen: Wer es noch nicht getan hat, sollte das entsprechende Passwort Àndern und es bei keinem anderen Online-Dienst mehr nutzen.

Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) des Bundes beleuchtet in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Halbjahresbericht die Ursachen und Folgen solcher DatenabflĂŒsse.

«Mittlerweile regelmĂ€ssig tauchen abgeflossene DatensĂ€tze mit Passwörtern, Kreditkartendaten oder anderen persönlichen Daten auf den einschlĂ€gigen Portalen auf. Allerdings ist es in vielen FĂ€llen schwierig, die Herkunft, das Alter und die QualitĂ€t der Daten zu ĂŒberprĂŒfen. Bei einer Vielzahl von gestohlenen DatensĂ€tzen ist anzunehmen, dass deren Abfluss ĂŒberhaupt nicht bemerkt worden ist.»
MELANI

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Die bei Hackerattacken gestohlenen Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Postadressen oder Passwörter werden oft fĂŒr Spam-Mails bzw. gezielte Phishing-Angriffe genutzt.

Anfang MĂ€rz 2018 bekamen tausende Schweizer innert weniger Stunden gefĂ€lschte E-Mails mit Absender Kantonspolizei Aargau, ZĂŒrich, Basel-Landschaft, Thurgau etc. Unbekannte gaben sich als Polizisten aus und warnten vor einem angeblich gefĂ€hrlichen Gewaltverbrecher im Wohnort des angeschriebenen Opfers. Mehr Infos ĂŒber den Mann finde man in der angehĂ€ngten Datei.

Wer solche AnhÀnge öffnet, fÀngt sich einen E-Banking-Trojaner ein. Das Perfide daran: Die Kriminellen sprachen die Opfer in den gefÀlschten E-Mails persönlich an, weil sie offenbar im Besitz gestohlener Nutzerdaten (Name, Postadresse) waren.

Firmen drohen saftige Bussen fĂŒr Datenpannen

KĂŒnftig könnten den Unternehmen hohe Bussen drohen. In der Schweiz wird derzeit das Datenschutzgesetz revidiert. Es sei davon auszugehen, dass die Revision verschiedene Neuerungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) aufgreifen werde, schreibt MELANI.

Bei Verstössen gegen die DSGVO drohen Unternehmen Geldbussen von bis zu 4 Prozent des weltweit erzielten Jahresumsatzes. Das werde den Umgang mit Datenpannen wohl grundlegend verÀndern und den Fokus verstÀrkt auf die Sicherheit lenken, heisst es im Bericht.

Allerdings könnte die Vorgabe die Cyber-Kriminellen noch mehr motivieren, Profit aus DatenabflĂŒssen zu erzielen. Ein Erpressungsangebot, das unter der Summe der Geldbusse liege, wĂŒrde vielleicht die eine oder andere Firma dazu verleiten, das billigere Angebot anzunehmen.

SicherheitslĂŒcke im Herzschrittmacher

Beunruhigend sind mögliche Hackerangriffe auf medizinische GerĂ€te. Im vergangenen Jahr kamen SicherheitslĂŒcken bei Herzschrittmachern zum Vorschein. Die Patientinnen und Patienten mussten sich in der Folge einem Prozedere fĂŒr ein Update unterziehen. In der Schweiz seien 5000 Personen betroffen gewesen, schreibt MELANI.

Weiter berichtet die Meldestelle ĂŒber einen experimentellen Hackerangriff auf ein Flugzeug. Sicherheitsexperten gelang es demnach, ins Computersystem einer Boeing 757 am US-Flughafen Atlantic City einzudringen.

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Viele Angriffe auf Schweizer E-Banking-Nutzer

Crimeware war auch im zweiten Halbjahr 2017 weit verbreitet. Zum Einsatz kamen laut MELANI vor allem VerschlĂŒsselungs- und E-Banking-Trojaner. Zur am stĂ€rksten verbreiteten Schadsoftware gehört «Downadup», auch bekannt als «Conficker». Dies, obwohl fĂŒr die ausgenutzte SicherheitslĂŒcke seit mehr als zehn Jahren ein Patch zur VerfĂŒgung steht.

Eine der aggressivsten Schadsoftware in der Schweiz ist «Retefe». Zur Verteilung werden E-Mails benutzt. Nach erfolgreicher Infektion Ă€ndert «Retefe» die Einstellungen des Browsers so, dass bestimmte Websites – namentlich E-Banking-Portale – ĂŒber einen Proxy-Server umgeleitet werden. Meldet sich ein Opfer beim vermeintlichen E-Banking-Portal an, wird es aufgefordert, etwas herunterzuladen, angeblich zur Erhöhung der Sicherheit. In Wahrheit können sich die Kriminellen so ins E-Banking des Opfers einloggen.

Manipulierte Rechnungen

Viele Kriminelle versuchen an die Zugangsdaten zu E-Mail-Konten zu gelangen. Gelingt ihnen das, durchforsten sie das Konto nach brauchbarem Material, zum Beispiel elektronischen Rechnungen, die sie dann manipulieren.

MELANI empfiehlt, bei Überweisungen die Informationen ĂŒber das EmpfĂ€ngerkonto stets auf PlausibilitĂ€t hin zu prĂŒfen. Stutzig werden sollte man etwa, wenn das Geld ins Ausland ĂŒberwiesen werden soll, obwohl die Rechnung von einer Schweizer Firma ausgestellt wurde.

Quelle: watson.ch 27.4.2018

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