Stress_Sincerement_2019_Credit Cyrill Matter (3)
Thementag

«Depressionen» – Sprechen wir darüber!

Über einen Schnupfen oder das gebrochene Bein reden wir ohne Hemmungen. Sobald es um die Gesundheit unserer Psyche geht, schweigen wir lieber.

Gedrückte Stimmung, fehlender Antrieb, geschwächtes Selbstwertgefühl – Wir alle haben mal einen Tag, an dem es uns nicht blendend geht. Normalerweise erholt man sich aber innerhalb von Stunden oder einigen Tagen von so einem Tief und kann die schönen Dinge im Leben danach wieder schätzen.

Wie erkennt man eine Depression?

Von einer Depression spricht man laut Weltgesundheitsorganisation WHO dann, wenn dieser Zustand mehr als zwei Wochen andauert. An den folgenden Symptomen erkennt man eine Depression:

  • Andauernde Traurigkeit und abnehmendes Interesse an Aktivitäten, die einem normalerweise Spass machen, begleitet von einer Unfähigkeit alltägliche Tätigkeiten auszuführen.
  • Zusätzlich können folgende Symptome auftreten: Energieverlust, kein Appetit, anderer Schlafrhythmus, Angst, reduzierte Konzentration, Unentschlossenheit, Unruhe, Gefühle von Wertlosigkeit, Schuld oder Hoffnungslosigkeit. Zusätzlich Selbstverletzungs- sowie Suizidgedanken.
  • Häufig wird die psychische Krankheit von starken körperlichen Beschwerden begleitet. (z.B. Kopf- oder Rückenschmerzen und Magen-Darm Funktionsstörungen)

Mehr als 30 Millionen Menschen weltweit leiden unter Depressionen, in der Schweiz sind es rund 9% der Bevölkerung. Darunter sind Frauen und junge Menschen häufiger betroffen als andere Bevölkerungsschichten.

Viele Stars leiden unter Depressionen; Dwayne «The Rock» Johnson, Demi Lovato und Angelina Jolie sind nur einige Namen unter den Berühmtheiten, die öffentlich über ihre Krankheit gesprochen haben.

Stress verarbeitet seine Depression mit seinem neuen Album

Stress im Interview mit Moderatorin Céline Werdelis

Stress spricht im Argovia-Interview offen über seine Depressionen

Auf seinem neuen Album «Sincèrement» rappt der Schweizer Rapper Stress über seine Depressionen. Er spricht auch sonst offen und öffentlich über seine psychischen Probleme.

Stress möchte öffentlich zeigen, wie er mit Schwierigkeiten im Leben umgeht, um Menschen mit den gleichen Problemen zu helfen und sie dazu zu bringen, sich helfen zu lassen. Denn etwa 50% aller Menschen mit schweren Depressionen lassen sich laut WHO nicht behandeln.

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Neben der Musik veröffentlichte Stress auf YouTube zwei Sitzungen bei seiner Psychologin, in der er ungefiltert über die Hintergründe von zwei Songs auf dem Album spricht.

Hier bekommst du Hilfe

«Freunde und Familie können dir zuhören. Sie können dir aber manchmal nicht weiterhelfen», sagt Stress im Interview. Es sei deshalb wichtig, dass man sich externe Hilfe holt und eine Therapie macht, wie er das gemacht habe.

Brauchst du Hilfe? Dann wende dich an folgende Stellen. Sie werden deine Fragen und deine Anliegen auch anonym beantworten:

  • Telefon 143 – Die Dargebotene Hand Psychische Krisen, häusliche Gewalt, Sucht oder alltägliche Sorgen können einem zu schaffen machen. Die Dargebotene Hand hört zu! rund um die Uhr – anonym – unabhängig. Neu auch mit Chat!
  • ask! führt neben Berufs- und Studienberatung auch den Jugendpsychologischen Dienst . Das ist ein e psychologische Beratugsstelle für Jugendliche, junge Erwachsene und deren Bezugspersonen, die sich bei beruflichen, schulischen und persönlichen Schwierigkeiten an uns wenden.
  • PDAG Die Psychiatrischen Dienste Aargau untersuchen, behandeln und betrueen psychisch erkrankte Menschen aller Altersgruppen mit sämtlichen psychiatrischen Krankheitsbildern.
  • SelbsthilfeZentrum Aargau Das SelbsthilfeZentrum Aargau ist die Beratungsstelle rund um das Thema Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen im Kanton Aargau.

Stress über seine Depressionen

Rapper Stress erzählte uns seine Geschichte und beantwortete eure Fragen im Live-Chat. Zusätzlich lassen wir auch Fachpersonen zu Wort kommen.

Wir konnten mit Mario Etzensberger sprechen. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie forensischer Psychiater. Er war Chefarzt der Psychiatrischen Klinik Königsfelden.

Psychiater Dr. med. Mario Etzensberger über Depressionen

Literatur für Betroffene, Angehörige und Interessierte: