Foto: Keystone

Wildegg/Schweiz

Zementwerke sind "Dreckschleudern"

Schweizer Zementwerke halten sich nicht an Grenzwerte für Schadstoff-Emissionen

Die Umweltorganisationen Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) und Pingwin Planet (PP) haben gegen die Abteilung für Umwelt im Aargauer Baudepartement eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht. Sie werfen der Behörde vor, die Abgase zweier Aargauer Zementwerke mangelhaft zu kontrollieren. Das Zementwerk Wildegg von Jura Cement zum Beispiel hat im Jahr 2017 fast an jedem zweiten Tag mehr krebserregende Stoffe in die Luft geblasen als erlaubt. 

"Die Schweizer Zementwerke sind Dreckschleudern", sagt Martin Forter, Geschäftsleiter AefU, auf Anfrage von Radio Argovia. Mit der Aufsichtsbeschwerde wolle man erreichen, dass die Schweiz die Grenzwerte für die Schadstoff-Emissionen an diejenigen der EU anpasse, so Forter weiter. Die Schweiz habe bei gewissen Substanzen einen bis zu zehnmal höheren Grenzwert als die EU. 

Das Aargauer Umweltdepartement nimmt diese Beschwerde ernst. Betont aber auch, dass man bereits einiges unternommen hätte, um die Missstände zu korrigieren. Und auch beim Zementwerk in Wildegg betont man, dass die Grenzwerte seit März 2018 stets eingehalten wurden.

 

Oliver Varga

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