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Aargau

Verstösst die Kanti Baden gegen die politische Neutralität?

In einem offenen Brief an Bildungsdirektor Alex Hürzeler beklagen sich die Aargauer Jungfreisinnigen, dass es um die politische Neutralität an Aargauer Schulen nicht zum Besten stehe.

Das Aargauer Schulgesetz hält fest, dass sich Schulen an das Prinzip der politischen Neutralität halten müssen. Dass die Kantonsschule Baden nun aber über den offiziellen Mailverteiler das Programm zum Frauenstreik am 14. Juni verschickte, stösst den Aargauer Jungfreisinnigen sauer auf. In einem öffentlichen Brief an Bildungsdirektor Alex Hürzeler beschweren sie sich, dass die Schülerinnen und Schüler durch «die Unterstützung der Schule für eine solch politisch motivierte Kundgebung zur Teilnahme an Aktionen des Frauenstreiks gezwungen werden.»

Dem widerspricht das Aargauer Bildungsdepartement. Wie Generalsekretär Michael Umbricht auf Anfrage von Radio Argovia bekannt gibt, sollen und müssen gesellschaftlich relevante Diskussionen an einer Kantonsschule Platz haben. Diese These unterstützt auch Peter Hofmann, langjähriger Jurist und Dozent für Schulrecht: «Aus meiner Sicht gehört es zum Auftrag einer Schule, die Schülerinnen und Schüler zu demokratisch mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen.» Dies stehe ebenfalls im Schulgesetz, so Hofmann weiter. Schlussendlich gehe es nicht um eine politische Stellungnahme zum Frauenstreik der Kantonsschule Baden. Diese biete lediglich einen Raum, um die Frage der Rechtsgleichheit zwischen Mann und Frau zu diskutieren.

Ebenfalls dieser Meinung ist die Kantonsschule Baden selber. Rektor Daniel Franz war wegen des öffentlichen Briefs der Jungfreisinnigen überrascht. «Wo, wenn nicht an Kantonsschulen, sollen solch relevante Diskussionen stattfinden?», fragt er sich. Klar sei aber auch, dass die Kanti politisch neutral sei und jede Meinung akzeptiere.

Oliver Varga

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