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Plage oder nicht?

Invasion der «Liebgottchäberli»: Deshalb siehst du im Moment so viele Marienkäfer

Die kleinen Glücksbringer machen sich derzeit in Schwärmen breit, wie uns Argovia Hörerinnen und Hörer berichten. Das ist der Grund.

«Es ist fast wie eine Invasion. Sie wollen alle zu mir in die Wohnung». So wie es Argovia-Hörerin Andrea schildert, geht es im Moment vielen Menschen im Argovialand, wie eine kurze Umfrage und ein Blick in die Sozialen Medien zeigt.

Ganz normal für die Jahreszeit

Wohin man schaut sieht man derzeit «Maiechäberli». Der Grund ist, dass sie derzeit geeignete Winterquartiere suchen und deshalb zum Teil in grossen Schwärmen auf Balkongeländern, Hauswänden oder Pflanzen sitzen. Das ist typisch für die Jahreszeit, sagt Martin Bolliger, Fachspezialist Artenkenntnis beim Naturama:

Deshalb hat es jetzt so viele Marienkäfer bei uns

Deshalb hat es jetzt so viele Marienkäfer bei uns

Sonst sind die Käfer über dem ganzen Argovialand verteilt, im Winter und Herbst aber sind sie auf der Suche nach einem neuen Quartier. Plätze, die frostgeschützt und regenfrei sind, sind aber begrenzt. Deshalb tummeln sich zurzeit viele Marienkäfer auf einem Fleck. Und auch wenn es so scheint: Das Auftreten der Schwärme ist keine Plage.

Die Marienkäfer nutzen die letzten Sonnentage, um sich auf ihre Wanderungen in wärmere Regionen Europas zu begeben oder sich hier Überwinterungsplätze zu suchen. Wer jetzt zahlreiche Marienkäfer an einer Hauswand beobachtet und am nächsten Tag vergebens danach sucht, der hat sehr wahrscheinlich einen Marienkäfertrupp auf Wanderpause gesehen. Krabbeln sie dabei durch offene Fenster in unsere Wohnungen, so geschieht dies eher zufällig.

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Der Asiatische Marienkäfer

Hast du den Eindruck, dass der Marienkäfer heute irgendwie anders aussieht als früher, nämlich orange oder gelblich? Das ist der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axiridis genannt). Er wird wegen seinen verschiedenen Farben auch «Harlekin» genannt.

Im Gegensatz zu unseren heimischen Zwei-, Vier- und Sieben-Punkt-Käfern können diese zwei und mehr Generationen pro Jahr erzeugen. Unsere heimischen Marienkäfer dagegen schaffen nur eine. Typisch für den Asiatischen Käfer ist laut Martin Bolliger vom Naturama: Er überwintert in der Vegetation:

Der asiatische Marienkäfer überwintert nicht in den Häusern

Der asiatische Marienkäfer überwintert nicht in den Häusern

Der Asiatische Marienkäfer wurde ursprünglich zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen in Gewächshäusern eingesetzt und hat von dort aus seinen Weg in die freie Natur gefunden. Bekannt und gefürchtet ist er, weil nur ein einziger Käfer pro Kilogramm Weintrauben ausreicht, um den Wein einer ganzen Saison ungeniessbar zu machen. So erklärt es Martin Bolliger:

Im Rebbau können sie Schäden anrichten

Im Rebbau können sie Schäden anrichten

In vielen Gegenden der Schweiz hat der Asiatische Marienkäfer bereits viele der über 80 einheimischen Arten verdrängt. Obwohl die Bedrohung durch den Asiatischen Marienkäfer erkannt ist, sind sich Experten nicht einig, ob er bekämpft werden soll. Gerade sein Appetit für Blattläuse und andere weichschalige Insekten macht ihn auch zu einem praktischen Helfer bei der Schädlingsbekämpfung.

So wird man die Käfer wieder los

Marienkäfer im Haus sind eigentlich nicht schlimm. Wer es trotzdem stört, dem empfiehlt Martin Bolliger vom Naturama folgendes:

«Man muss eigentlich nichts machen. Sie sind nicht schädlich»

«Man muss eigentlich nichts machen. Sie sind nicht schädlich»

Wer doch keine Marienkäfer im Haus oder der Wohnung möchte, kann sich noch diesen Tricks bedienen: Du kannst zum Beispiel Lorbeerblätter, Vanillestangen oder auch Lavendelöl benutzen. Die Käfer mögen diese Gerüche anscheinend nicht. Am besten verteilst du diese beispielsweise auf dem Fenstersims.

Wie sagst du?

Im Aargau gibt es ganz unterschiedliche Wörter für den Marienkäfer. Doch woher stammen diese überhaupt? Das kannst du im Dialektwörterbuch "Hunziker 2020" nachlesen. André Sauser von der Argovia Firobigshow hat sich darüber mit Sprachforscher Matthias Friedli unterhalten:

«Marienkäferli»

«Marienkäferli»