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Aarau

«Habe versucht, das Maximum für die Opfer aller Verbrechen zu geben»

Carla Del Ponte zieht sich noch diese Woche aus der Öffentlichkeit zurück. Definitiv. Am kommenden Mittwochabend hat die 72-jährige in Aarau ihren letzten Auftritt. Radio Argovia sprach mit der Tessinerin über ihr bewegtes Berufsleben und ihre Zukunftspläne.

Kaum eine Schweizerin hat sich in ihrer beruflichen Laufbahn so viele Feinde gemacht wie Carla Del Ponte: Von 1994 bis 1998 war die Juristin Bundesanwältin, und danach neun Jahre lang Chefanklägerin des internationalen Gerichtshofs in Den Haag für die Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien sowie für den Völkermord in Ruanda.

Zuletzt war Carla Del Ponte bis 2017 für sieben Jahre UNO-Sonderberichterstatterin von Syrien. Dieses Mandat beendete die Tessinerin aus Protest, weil der UNO-Sicherheitsrat keinen internationalen Gerichtshof zu Syrien gründete.

In Ihrem Buch «Im Namen der Opfer» rechnet Del Ponte mit der UNO und der internationalen Politik in Syrien ab. Am Mittwoch, 5. Dezember tritt Carla Del Ponte mit einem Vortrag zu diesen Themen ein letztes Mal öffentlich auf, und zwar im KuK in Aarau.

Radio Argovia Redaktor Urs Hofstetter hatte die Gelegenheit, vor dem Anlass ein letztes Interview mit der bald 72-jährigen Carla Del Ponte zu führen. Unter anderem bestreitet sie darin, jemals Sehnsucht nach einem «schönen» Beruf wie zum Beispiel Gärtnerin gehabt zu haben. «Nein, ich habe meinen richtigen Weg gewählt und eine tolle Karriere gehabt», resumiert Del Ponte. Aber jetzt sei fertig. Sie wolle ausruhen, Golf spielen und ihr Dasein als Grossmutter geniessen.

Tickets für die letzte Veranstaltung mit Carla Del Ponte im KuK in Aarau vom 5.12. gibt es hier!

Urs Hofstetter

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