Lupfig

Google im Aargau?

Auf der grünen Wiese im aargauischen Lupfig AG baut der Rechenzentren-Betreiber Green das erste Hochleistungs-Datacenter der Schweiz. Die Investitionen betragen 70 Millionen Franken. Green rechnet mit weiteren internationalen Kunden.

Das Rechenzentrum mit dem Namen "Zürich West 3" solle im Juli 2019 den Betrieb aufnehmen, sagte Franz Grüter, Verwaltungsratspräsident von Green und Luzerner SVP-Nationalrat, am Freitag vor den Medien in Lupfig AG. Gleichzeitig fand der offizielle Baubeginn statt.

Die Nachfrage nach Datacenter-Kapazitäten sei gross, insbesondere von internationalen Kunden, sagte Grüter. Man wolle weitere internationale Firmen für die Cloud-Angebote gewinnen.

Er gebe keine Firmennamen bekannt, dementiere und bestätige nichts, hielt der Verwaltungsratspräsident fest. Im Raum stehen etwa die Namen von Konzernen wie Google, Microsoft und Alibaba.

Schweiz als Datenplayer

Die Schweiz ist gemäss Grüter zu einem wichtigen Datenplayer in Europa geworden. Mehr als eine Milliarde Franken sei in den vergangenen zehn Jahren in der Schweiz investiert worden. Es sei ein neuer Wirtschaftszweig entstanden.

Grüter gab sich überzeugt, dass die Nachfrage nach Speicherclouds stark wachsen wird. Die meisten internationalen Kunden würden die Stabilität und Verlässlichkeit der Schweiz schätzen.

Die Datacenter würden immer komplexer und die Anforderungen an die Verfügbarkeit seien enorm. Die Kunden wollten totale Sicherheit, hielt er fest.

Mehr Leistung auf weniger Raum

Das neue Rechenzentrum wird die dreifache Leistungsdichte gegenüber den bestehenden Installationen aufweisen. Die Leistung von "Zürich West 3" beträgt gemäss Green 12 Megawatt (MW). Zusammen mit den beiden bestehenden Datacenter steigt die Leistung in Lupfig auf insgesamt 27 MW.

Die hohe elektrische Leistung stellt den Betreiber vor Herausforderungen. Mehr Leistung bedeute auch mehr Abwärme in den Serverräumen, die gekühlt werden müssten, hiess es. Green setzt nach eigenen Angaben auf Energieeffizienz.

Die Green-Gruppe gehört seit Anfang Jahr der französischen Beteiligungsgesellschaft Infravia Capital Partners. Diese kaufte das Unternehmen für 214 Millionen Franken von der angeschlagenen französischen Telekom- und Mediengruppe Altice.

Green zählt am Standort Lupfig 125 Mitarbeitende und 100'000 Kunden. Die Gruppe besteht aus zwei ICT-Dienstleistern: Green.ch bietet Privat- und Unternehmenskunden Internet und Datensicherung an, während Green Datacenter Rechenzentren betreibt. Das Unternehmen war 1995 ursprünglich als agri.ch vom Schweizerischen Bauernverband in Brugg AG gegründet worden.

Michael Wettstein

Quelle: sda 14.9.2018

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