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Aargau

Einsprachen gegen Wasserkraftwerke

Umweltverbände haben eine Einsprache gegen den Bau von fünf Kleinwasserkraftwerken im Fluss Suhre zwischen Suhr und Aarau eingereicht. Sie befürchten, dass die geplanten Wasserkraftschnecken das Wandern der Fische verhindern.

Die Wiederherstellung der freien Fischwanderung habe an der Suhre höchste Priorität, um die Lebensräume der Aare und des Sempachersees zu verbinden. Das teilten die Umweltverbände Aqua Viva, BirdLife Aargau, WWF Aargau und WWF Schweiz am Dienstag mit.

Die geplanten fünf Wasserkraftwerke verhinderten jedoch die freie Wanderung. Anstatt die Hindernisse zu entfernen und dem einst lebendigen Fliessgewässer wieder eine natürliche Gestalt zu geben, würde die Suhre gemäss den Umweltverbänden «endgültig zu einer Kette von Staustufen degradiert».

Die Wasserkraftschnecken führten dazu, dass die Lebensräume von Aare und Sempachersee zerstückelt und die Fischpopulationen isoliert blieben. Scharfkantige Strukturen am Schneckengewinde, Lärm und beengte Raumverhältnisse schränkten die Wanderaktivitäten der Fische massgeblich ein.

Lebensräume nicht isolieren

«In einem derart wichtigen Gewässer wie der Suhre hat das langfristige und schwerwiegende Folgen auf die Gewässerökologie», wird Thomas Ammann vom WWF Schweiz in der Medienmitteilung zitiert. Die Isolierung der Lebensräume führe dazu, dass die Biodiversität in der Suhre weiter abnehme. Bereits heute seien zwei Drittel aller Fischarten in der Schweiz auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Bei einem Verzicht auf die Kraftwerke solle der Kanton die bestehenden Schwellen durch fischgängige Blockrampen ersetzen. Es würde ein frei fliessendes, fischgängiges Vernetzungsgewässer mit ökologischem Mehrwert entstehen.

Die Kosten dafür wären geringer als jene für den Bau der Kraftwerke, die wegen der hohen Produktionskosten nie rentabel seien, halten die Umweltverbände fest.

Foto: Zur Verfügung gestellt

Strom für 1000 Haushalte

Der Regionale Energieversorger IBAarau will entlang des Flusses Suhre zwischen Suhr und Aarau die fünf Kleinwasserkraftwerke bauen. Die Anlagen sollen den Strombedarf von rund 1000 Haushalten decken.

Geplant sind Wasserkraftschnecken. Ein Schlauchwehr staut das Wasser. Bei Hochwasser kann das Wehr gemäss Angaben des Kantons vollständig abgesenkt werden. Eine erste Anlage dieser Art wurde vor sechs Jahren an der Suhre in Hirschthal in Betrieb genommen.

Für die geplanten Wasserkraftanlagen wählte der Energieversorger IBAarau die Standorte früherer Nutzungen. An den Standorten Siebemättli (Aarau und Buchs), Suhrenmatte, Stampfi, Lochergrien (alle Buchs) und Zopf (Suhr) soll je ein Kleinwasserkraftwerk errichtet werden.

Christoph Wasser

Quelle: sda 8.8.2017

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