Luzern

Bahnhof Luzern bis Sonntag lahmgelegt

Der Bahnhof Luzern bleibt nach der Entgleisung des Eurocity-Zugs bis mindestens Sonntagabend lahmgelegt. Die entstandenen Schäden sind grösser als vorerst angenommen.

Nach der Bergung des Unglückszugs kamen grössere Schäden an Kabeln, Gleisen und Fahrleitung zum Vorschein als erwartet, sagte ein SBB-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Der Kopfbahnhof sei voraussichtlich erst ab Betriebsbeginn am Montagmorgen wieder für die Normalspur befahrbar.

Bis Montagmorgen werde rund um die Uhr gearbeitet, teilte die SBB mit. Sie rechnet damit, dass unter anderem 400 Meter Gleis neu verbaut, vier Weichen komplett ersetzt und zwei Fahrleitungsmasten sowie ein Fahrleitungsjoch über mehrere Gleise ersetzt werden müssen.

Der genaue Unfallhergang wird untersucht. Klar ist laut der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) aber, dass der Zug direkt auf einer Weiche entgleist war. Zur Unfallursache konnte die SUST jedoch noch nichts sagen. Die Ermittlungen liefen in verschiedene Richtungen, sagte Bereichsleiter Christoph Kupper auf Anfrage. Unter anderem werde der Zustand der Gleise und der Zugräder untersucht.

Damit die Untersuchungen gestartet werden konnten, musste die Unfallstelle zuerst freigeräumt werden. Dafür wurden die Wagen in einer mehrstündigen Bergungsaktion auf die Gleise gehoben und voneinander getrennt. Dann schleppte eine Rangierlokomotive den Unfallzug in den Bahnhof ab. Zu einem späteren Zeitpunkt soll der Zug nach Italien überführt werden. Wann genau, steht noch nicht fest.

Das Konzept mit den Bahnersatzbussen, welche die Reisenden von Luzern zu Vorortsbahnhöfen und zurück transportieren, wird bis mindestens Sonntagabend beibehalten.

Wer trotz dieser Einschränkung mit dem öffentlichen Verkehr von Luzern aus oder nach Luzern reisen will, muss längere Reisezeiten einrechnen. Zwischen 30 Minuten und einer Stunde, wie Schärli sagte. Je nachdem, wo die Reise durchführe und ob ein Anschluss gewährt werden könne.

 

Interview mit Oliver Dischoe, SBB Mediensprecher 

Luzerner Bahnhof Zugunglück Inti
Interview von Stephan Weber und Michael Kuhn

Viel los war am Donnerstagmorgen dafür auf den Strassen in der Region Luzern. Es kam im Morgenverkehr zu vier Auffahrunfällen, verletzt wurde niemand. An zahlreichen Strassen kam es zu längeren Staus. Nicht nur die chronisch verstopfte A14 zwischen Luzern und Zug war betroffen, sondern laut TCS auch mehrere Nebenstrassen.

Am Mittwoch um 13.56 Uhr waren zwei Waggons des Eurocity-Zugs 158 von Mailand nach Basel bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Luzern aus den Schienen gesprungen. Der vierte Wagen der Zugkomposition des Typs ETR 610 von Trenitalia war zur Seite gekippt und hatte den Bahnstrom unterbrochen und den Bahnverkehr lahmgelegt.

Die Luzerner Polizei korrigierte am Donnerstag die Angaben vom Vortag zur Zahl der Verletzten. Nach neusten Informationen wurden nur sechs statt sieben Personen leicht verletzt. Drei italienische und eine mazedonische Staatsangehörige sowie zwei Schweizer erlitten Prellungen und Schürfungen. Alle Verletzten konnten nach einer kurzen Behandlung das Spital respektive das Ambulatorium wieder verlassen.

Christian Albisser

Quelle: sda 23.3.2017

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