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Foto: Zur Verfügung gestellt
Torfeld Süd

Aarauer Stimmvolk will neues Fussballstadion

Das geplante Fussballstadion «Torfeld Süd» als Ersatz für das veraltete «Brügglifeld» in Aarau hat die letzte politische Hürde genommen. Die Aarauer Stimmberechtigten haben die notwendige Planungsänderung und einen 17 Millionen-Franken-Kredit bewilligt.

Mit dem Volksentscheid endet das seit 20 Jahren dauernde Seilziehen um ein neues Fussballstadion. Die Stimmberechtigten hiessen die Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) am Sonntag mit 5038 Ja- zu 3234 Nein-Stimmen gut.

Die BNO legt die Grundlage für die Finanzierung des Stadions in der Nähe des Bahnhofs Aarau. Das Generalunternehmen HRS Real Estate AG wird den Stadionbau mit der Errichtung von vier Hochhäusern querfinanzieren.

Das Stimmvolk bewilligte auch den Kredit von 17 Millionen Franken der Stadt für die direkte oder indirekte Beteiligung am Kauf des Fussballstadion mit 4989 Ja- zu 3323 Nein-Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 59.5 Prozent.

Das sagen die Stadion-Befürworter nach dem doppelten JA

Die beiden Vorlagen sind miteinander verknüpft. Ohne den Bau der vier Hochhäuser mit insgesamt 600 Wohnungen hätte das Fussballstadion «Torfeld Süd» mit 10'000 Plätzen als Ersatz für das «Brügglifeld» nicht errichtet werden können. Die Anlage genügt seit langem nicht mehr den Anforderungen der Swiss Football League (SFL).

Als nächstes will der Stadtrat Aarau nun die Einwendungen gegen den Gestaltungsplan behandeln. Innerhalb des nächsten halben Jahres soll dann das definitive Baugesuch eintreffen.

Erstes Projekt überarbeitet

Bereits vor elf Jahren hatte die Aarauer Stimmbevölkerung einen Kredit von 17 Millionen Franken für den Kauf eines Stadions bewilligt. Das damalige Projekt für ein Stadion mit Mantelnutzung wurde als Folge mangelnder Nachfrage jedoch stark verändert. Das Bundesgericht entschied nach einer Beschwerde, dass der Kredit dem Volk erneut vorgelegt werden muss.

Der Einwohnerrat (Parlament) hatte den Vorlagen zum Kredit und zur BNO im August klar zugestimmt. Auch im Abstimmungskampf stellten sich FDP und SVP hinter das Projekt. Es entstehe ein attraktives Stadtquartier, hiess es. Ohne Stadion sei die Zukunft des FC Aarau ungewiss.

Im links-grünen Lager bestand Skepsis. Das neue Hochhausquartier erinnere an ein Bauvorhaben aus den 1970er Jahren. Das Vorhaben sei völlig überrissen, hiess es.

Das neue Fussballstadion wird die Gemüter in Aarau weiterhin bewegen. Die neuste Idee ist lanciert: Die Stadt soll im benachbarten Buchs ein neues Fussballstadion auf öffentlichem Land bauen, lautet die Forderung einer entsprechenden Volksinitiative.

Dem Komitee gehören Politiker von SP, Grünen, Grünliberalen und CVP sowie lokale Gruppierungen an. Für das Zustandekommen der Initiative sind rund 1500 Unterschriften notwendig.