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Frankreich

39, keine Partei und doch Präsident

Der links-liberale Emmanuel Macron setzte sich in der Stichwahl klar durch

Mit 66% der Stimmen setzte sich der 39-Jährige der Bewegung En Marche! durch. Er ist der erste partei-unabhängige Präsident des Landes und das jüngste Staatsoberhaupt seit Napoleon. Die Wahlbeteiligung war jedoch vergleichsweise tief und lag mit 74.3% so tief wie seit 1969 nicht mehr. Marine Le Pen (34%) gestand ihre Niederlage bereits kurz nach 20:00 ein und holte sogleich zum Angriff aus. 

Macron-Anhänger feiern vor dem Louvre
Emmanuel Macron hat die Pyramide beim Louvre gewählt, um sich nach Bekanntgabe der Resultate der Präsidentschaftswahl in Frankreich der Öffentlichkeit und seinen Anhängern zu präsentieren. Macrons Fans warteten im Hof des berühmten Pariser Museums gespannt auf dessen Auftritt.

Quelle: sda

Le Pen in fünf Jahren?

Der Front National werde die neue starke Kraft in Frankreich und sei künftig die starke Oppostionskraft im Land, sagte Marine Le Pen kurz nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Tatsächlich ist der Erfolg der Rechtsaussen-Partei historisch. Entsprechend ausgelassen tanzte sie den Frust weg, wie Videoaufnahmen eines Journalisten der «Financial Times» zeigen. 

Freude bei der EU

Auch in Brüssel zeigte man sich am Abend der Stichwahl erfreut über den neuen französischen Präsidenten. Macron gilt als Europa-Freund und so reagierten viele EU-Politiker erfreut. Das französische Volk habe Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, statt Tyrannei gewählt, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Abend.

Nun folgen die Parlamentswahlen

In rund einem Monat wird die assembleé nationale gewählt. Laut Umfragen werden im französischen Parlament die Sozialisten über 200 Sitze verlieren. Die mitte-links Bewegung En Marche! des neuen Präsidenten Emmanuel Macron wäre die klare Gewinnerin. Auch der Front National dürfte deutlich an Sitzen zulegen. 

Franzosen jammern über 75% Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung in Frankreich ist gestern mit 75 Prozent so tief gewesen, wie seit 50 Jahren nicht mehr. 75 Prozent wären bei uns paradiesische Zustände. Kann man die Verhältnisse in Frankreich mit der Schweiz überhaupt miteinander vergleichen? Jürgen Sahli hat mit Professor Andreas Glaser vom Zentrum für Demokratie in Aarau darüber gesprochen:

Wahlbeteiligung so tief wie seit 50 Jahren nicht mehr
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Quelle: Radio Argovia / Stephan Weber 7.5.2017

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