10 Jahre Männerhaus: ZwüscheHalt feiert Jubiläum
Opferhilfe

10 Jahre Männer- und Väterhaus «ZwüscheHalt»

Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt sind, finden im Männerhaus «ZwüscheHalt» seit 10 Jahren Unterschlupf und Unterstützung. Doch noch immer wird der Verein staatlich nicht unterstützt.

Heute vor genau zehn Jahren wurde das erste Männerhaus der Schweiz im Kanton Aargau eröffnet. Seit 2014 wird das Schutzhaus vom eigens gegründeten Verein «ZwüscheHalt» betrieben. Acht Jahre lang blieb das Männerhaus im Aargau schweizweit die einzige Institution für gewaltbetroffene Männer und Väter. Vor zwei Jahren wurden zwei weitere Standorte im Kanton Bern und Luzern eröffnet.

Ende 2018 musste das Männerhaus im Aargau neu organisiert werden, weil der Eigentümer das Haus verkaufte. Seither läuft der Betrieb reduziert. Man werde aber versuchen, den Standort im Aargau zu erhalten, sagt Oliver Hunziker, Präsident des Vereins «ZwüscheHalt». Schlussendlich habe man hier viele Beziehungen aufbauen können.

Trotzdem kämpft der Verein mit den Finanzen. Denn im Gegensatz zu Frauenhäusern erhalten Männerhäuser in der Schweiz keine staatliche Hilfe. Dies, obwohl fast ein Drittel der Opfer von häuslicher Gewalt Männer sind. Das zeigen die Zahlen des Bundesamts für Statistik. Allein im letzten Jahr waren gut 2'500 Männer von häuslicher Gewalt betroffen.

Deshalb fordert der Verein «ZwüscheHalt» den Bund und die Kantone auf, entsprechende Hilfs- und Schutzangebote für männliche Betroffene endlich finanziell zu unterstützen. «Der Bundesrat hat die Istanbul-Konvention ratifiziert und sich somit verpflichtet, Massnahmen gegen häusliche Gewalt zu ergreifen.», argumentiert Oliver Hunziker. Im Bereich häuslicher Gewalt sei der Text der Konvention klar geschlechtsneutral und beziehe sich auf Frauen und Männer.