Rund um die Inseln gibt es zahlreiche Strände mit Postkartenidylle. Tipps: „Grande Anse“ in Deshaies, „Plage de Saint Felix“ in Gosier oder „La Perle“ in Deshaies.
Relax

Guadeloupe: Karibisches Inselparadies in Europa

Postkartenidylle, währschaftes Essen und ein imposanter Nationalpark. Wir haben es uns auf der Insel Guadeloupe ein paar Tage gut gehen lassen, mit der Bevölkerung gesprochen und die schönsten Orte besucht.

Wir suchen uns am Strand «La Perle» bei Dehaies auf dem westlichen Inselteil Basse Terre ein kleines Lokal aus. Die Füsse im Sand, auf dem Tisch ein kühles Gwada-Bier. Es gilt zwischen Fisch, Meeresfrüchten oder Poulet entscheiden – gegrillt oder in einer milden Currysauce. So sieht die Speisekarte fast überall auf Guadeloupe aus. Wer es äusserst scharf mag, der greift zum Piment, einer Chilli mit starkem Eigengeschmack. Als Beilagen gibt es meist Reis mit roten Bohnen, Linsen oder Pommes. Wurzeln, Kochbananen und Brotfrucht mit Fisch gehören zu den Hauptspeisen der Einheimischen. Das Essen auf der Insel ist währschaft.

Wer für den mittleren Hunger etwas sucht, der finden an fast allen Stränden Foodtrucks. Was bei uns der Kebap ist, ist auf Guadeloupe das Bokit. Das frittierte Brötchen wird beispielsweise mit Stockfisch und Salat gefüllt. Auch hier darf Sauce und natürlich Piment nicht fehlen.

Würzig, währschaft und scharf

Bei der 75-jährigen Emerance Fabroni gönnen wir uns einen Dessert. Sie macht mit einer Sorbetiere Cocos-Eis. „Das genaue Rezept ist natürlich Geheim“, sagt sie. Es komme vor allem auf das richtige Mischverhältnis an. „Ich befreie die Kokosnüsse von der braunen Schale. Das raspeln ist sehr anstrengend.“ Mit einem Entsafter zieht sie die Milch aus den Kokosstücken.

Im Rand der Sorbetiere, die aussieht, wie ein kleines Bierfass, hat es Eis und Salz. Dieses kühlt die geheime Mischung dann, solange Emerance kurbelt. Und das dauert: eine Viertelstunde warten wir, bis wieder eine Portion bereit ist. 

Selbstständig erkunden

Ein Mietauto ist auf Guadeloupe ratsam. Denn die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten sind auf der ganzen Insel verteilt. Das Auto ist auch für die Bewohner der Insel das wichtigste Fortbewegungsmittel und auch eines der Hauptgesprächsthemen, für viele Jugendliche ein Hobby. „Ich habe zwei Autos – einen Peugeot 106 und einen Mini. Mit Felgen, der Musikanlage oder dem nicht ganz originalen Nummernschildern, habe ich sie personalisiert. Ein Auto im Originalzustand belassen? Unmöglich“, sagt der 21-jährige Jeremie, den wir im Dorf Pointe Noire treffen.

Über 22-tausend Hektaren Nationalpark

Mit unserem ungetunten Mietwagen fahren wir über die Traversée, eine Passtrasse. Diese ist der schnellste Weg um auf dem westlichen Inselteil Basse Terre in Richtung Osten zu kommen. Auf dieser Strecke gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten im Regenwald, wie uns Maïtena Jean, die die Kommunikation des Nationalparks von Guadeloupe leitet, verrät. «Der grösste Teil des Nationalparks befindet sich auf dem Vulkanmassiv Soufrière. Hier findet man 120 Kilometer Wanderwege, die immer in Richtung Wasser gehen», sagt Jean. Man wandere zu einem Wasserfall oder einem Flussbecken, in dem man sich abkühlen kann. Wir nehmen das ein bisschen lockerer. Denn auf der Strecke hat es einen besonders einfach erschlossenen Wasserfall. Vom Parkplatz aus sind es rund hundert Meter zu Fuss zu den „Shutes des Ecrevisses“. Hier lädt kühles Nass zu einer Erfrischung ein. Der Nationalpark ist der einzige Frankreichs, der einen maritimen Teil hat. Dieser ist am besten tauchend zu entdecken.

Es lohnt sich, nicht nur am Strand zu liegen, sondern sich auf Guadeloupe umzusehen. Zwei Wochen reichen zwar kaum, um alles zu sehen. Mit einer guten Planung kann man viele Erinnerungen aus seinen Ferien mit nach Hause nehmen. Gute Reise. 

Jean-Piere Carène / Manuel Wälti

Argovia
Video Icon
Live
  • Argovia
    Argovia