Overshootday
Overshoot Day

Unsere Ressourcen für 2019 sind verbraucht – was IHR tun könnt

In etwas mehr als vier Monaten hat die Schweiz alle Ressourcen aufgebraucht, die ihr für 2019 eigentlich zur Verfügung stünden. Das können wir ändern – mit acht einfachen Tipps für acht Typen.

Das ging schnell. In etwas mehr als vier Monaten hat die Schweiz alle Ressourcen aufgebraucht, die ihr für 2019 eigentlich zur Verfügung stünden. Das bedeutet: Ab heute leben wir auf Kosten anderer – vor allem künftiger Generationen. «Overshoot Day» heisst jener Tag, an dem so viel von der Natur beansprucht wurde, wie diese innert eines Jahres erneuern kann.

Die Schweiz übertrifft dabei den Durchschnitt der Weltbevölkerung um drei Monate. Global gesehen liegt der Welterschöpfungstag um den 1. August. Das hat die Forschungsorganisation Global Footprint berechnet. Wie rasch der Tag vorgerückt ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. 1970 wurde Ende Dezember die rote Linie überschritten, 2000 im September. Höchste Zeit also, den «Overshoot Day» wieder zurückzudrängen. In den Sommer, in den Herbst, in den Winter. Gefragt ist jeder. Mit nur kleinen Umstellungen lässt sich bereits einiges verändern. Auf der Basis von den WWF-Klimatipps haben wir acht Tipps für acht Typen – die sich beliebig addieren lassen – zusammengestellt.

1. Für «Gfrörli»
Das Heizen ist für etwa 40 Prozent des CO2-Ausstosses in der Schweiz verantwortlich. Frieren muss aber niemand: Es gibt ökologische Alternativen zu den Öl- oder Gasheizungen. Wer auf eine Wärmepumpe umstellt, spart vier Tonnen CO2 pro Jahr. Sonst lohnt es sich, zumindest dicke Socken anzuziehen. Wer die Raumtemperatur um 1 Grad Celsius runterschraubt, spart bereits vier Prozent Energie.

2. Für Gestresste
Fünf Tage die Woche im übervollen Pendlerzug oder im Stau, das zerrt an den Nerven. Die Alternative ist ein Tag Home-Office oder – wer es sich leisten kann – einen Tag weniger zu arbeiten. Das senkt nicht nur den persönlichen Stress, sondern reduziert auch das allgemeine Verkehrsaufkommen. Einzige Voraussetzung: Der freie Tag wird
zur Entschleunigung genutzt. Also zu Hause, zu Fuss oder auf dem Velo.

3. Für Pendler
Die Hälfte der Schweizer Pendler fährt mit dem Auto zur Arbeit. Das sind mehr als zwei Millionen Menschen. Wer sich statt hinters Steuer in einen Zug setzt, hilft dem Klima. Bei einem Arbeitsweg von 20 Kilometern reduziert sich der CO2-Ausstoss um 1,7 Tonnen pro Jahr. Auch ein Elektroauto lohnt sich: Bei 7000 Kilometern verbraucht dieses 900 Kilogramm CO2 weniger pro Jahr als ein mit Benzin betriebenes Auto.

4. Für Gourmets
In der Schweiz wird ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen. Wenn der Foodwaste minimiert würde, könnte jeder den CO2-Ausstoss um 600 Kilogramm jährlich verringern. Würde man jeden Tag einen Liter Süssgetränke mit Hahnenwasser ersetzen, könnten jährlich weitere 400 Kilogramm Treibhausgase gespart werden. Ebenfalls Energie sparen kann man – wir wissen es seit Ogi – mit dem Deckel auf dem Topf.

5. Für Tech-Nerds
Hand aufs Herz: Wer weiss noch, was ein «Ecoman» ist? Ja, dieses komische Gerät, das erkennen soll, wann ein Gerät eigentlich vom Netz genommen werden könnte. Und es dann auch tut. Vor rund zehn Jahren hiess es, dass Abschalten statt «Standby» den Stromverbrauch eines Haushalts um 10 Prozent reduziere. Mittlerweile gilt, dass vernetzte Geräte maximal 1 Watt aufnehmen dürfen – im Standby-Betrieb.

6. Für Fashionistas
Die Kleiderproduktion gehört zu den schmutzigsten Industrien überhaupt. Man tut Gutes, wenn man die Lieblingsmodekette eine Weile links liegen lässt und stattdessen dem Secondhandladen im Quartier einen Besuch abstattet. Oder gleich selber eine Kleidertauschparty veranstaltet. Inspirationen gibt's bei zerowasteswitzerland.ch oder walkincloset.ch. Da erfährt man, wo die nächste Tauschbörse stattfindet.

7. Für Reiselustige
Ferien auf Balkonien verursachen sicher den geringsten CO2-Ausstoss. Aber so ganz ohne Tapetenwechsel und Abenteuer kommt keine Ferienstimmung auf. Interessanterweise sind gerade relativ umweltverträgliche Ferien oft die spannendsten – und günstigsten: Wer die Welt mit dem Velo und dem Zug bereist, erlebt in der Regel mehr, als wenn er vom Flughafen direkt ins All-inclusive-Hotel fährt.

8. Für Investoren
Kann man den Kapitalismus «grün» machen, indem man das Kapital in nachhaltige Bahnen lenkt? Solche «grünen» – weil nachhaltigen – Anlagemöglichkeiten gibt es schon. 60 Prozent des Weltvermögens sind angelegtes Geldvermögen. Es beläuft sich auf 121,6 Billionen Dollar. Immerhin hat die EU angekündigt (Mai 2018), die Finanzmärkte einbinden zu wollen, um unseren ökologischen Fussbadruck zu verringern.

Quelle: CH Media