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Spektakuläre Lichtaktion: Veranstaltungsbranche leidet stark unter Coronakrise

Die Veranstaltungsbranche beleuchtet am kommenden Montag kantonsweit über ein Dutzend Gebäude. Damit soll auf die coronabedingt schwierige Situation aufmerksam gemacht werden. Die Branche leidet derart stark, dass gewisse Unternehmen praktisch stillgelegt wurden.

Die Schweiz und mit ihr der Aargau erstrahlen in Rot. Am Montag werden von 22 Uhr bis Mitternacht landesweit 497 Gebäude mit Licht angestrahlt. Im Aargau sind es über ein Dutzend. Etwa das Regierungsgebäude in Aarau, die Ruine Stein in Baden, das Feldschlösschen in Rheinfelden.

Mit einer internationalen Aktion, sie findet gleichzeitig in Deutschland, Österreich und Belgien statt, will die Eventbranche auf ihre coronabedingt schwierige Situation aufmerksam machen. Das Leiden der Veranstaltungstechnikbranche begann Wochen vor dem Lockdown und es wird noch monatelang andauern. Das Geschäft wird wohl erst im kommenden Jahr wieder richtig anlaufen. Hunderte Jobs sind in Gefahr.

Hier werden Gebäude rot angestrahlt

Urs Schmid ist zusammen mit Markus Mathis und Marc Probst Mitglied der Geschäftsleitung und Mitinhaber der Firma SmARTec in Aarau. Sie hat 55 festangestellte und 110 freischaffende Mitarbeiter. Die 1998 gegründete smARTec hat hervorragende Jahre hinter sich, Jahre mit Wachstumsraten von 20 bis 30 Prozent. «Allein letztes Jahr konnten wir 2000 Projekte realisieren», erklärt Schmid. Doch jetzt ist das Unternehmen praktisch stillgelegt. Die Mehrheit der 55 Angestellten ist seit über 100 Tagen in Kurzarbeit. «Wir gehörten zu den ersten fünf Firmen, die im Aargau Kurzarbeit angemeldet haben», sagt Schmid.

Aarauer Firma smARTec über «Night Of The Light»

«Wir können nicht auf Vorrat produzieren»

Eine schnelle Besserung erwartet er nicht. «Ein Problem unserer Branche besteht darin, dass wir nicht auf Vorrat produzieren können.» Aktuell müssen kaum Offerten geschrieben werden, es gibt allerdings eine beschränkte Nachfrage nach Konzepten, nach Ideen für hybride Events. Gleichzeitig kommen aber auch immer wieder Absagen. Jetzt auch schon für Anlässe im Januar 2021. Wichtig wird für die Aarauer sein, ob und in welcher Form das WEF durchgeführt werden kann.

Die beiden Lager der smARTec in der Telli und in Rupperswil, insgesamt rund 10000 Quadratmeter, sind mit Event-Hardware bis zum Dach hinauf gefüllt. Die Parkplätze mit Firmenfahrzeugen (zum Teil sind die Nummern abgegeben) überstellt. Doch Urs Schmid macht sich Mut und spricht vom Leuchtturmprojekt «Night of Light» vom kommenden Montag: «Wir wollen nicht jammern. Wir wollen als Branche positiv wahrgenommen werden. Dafür sind wir zusammengerückt. Der gemeinsame Charakter der Aktion ist uns sehr wichtig.»

Von der Politik wünscht sich Schmid etwa, dass, sobald als möglich, die 300-Personen-­Grenze für Veranstaltungen aufgehoben wird. Und von der Verwaltung, dass der Geldfluss bei der Kurzarbeitsentschädigung beschleunigt wird. Aktuell beträgt die Wartezeit zwei Monate, was selbst für solid finanzierte Unternehmen wie die smARTec zum Problem werden kann.

Quelle: Aargauer Zeitung