Foto: Keystone

Abstimmung

Limmattalbahn fährt bis in den Aargau

Die Bauarbeiten an der Limmattalbahn werden nicht bereits in Schlieren ZH gestoppt: Die Zürcherinnen und Zürcher haben sich überaus klar dafür ausgesprochen, dass das gesamte Projekt von Zürich-Altstetten bis Killwangen AG erstellt wird.

Sie lehnten eine Volksinitiative, welche den Verzicht auf die zweite Bauetappe forderte, mit 283'605 Nein- zu 58'464 Ja-Stimmen ab. Das Zürcher Stimmvolk sprach sich damit zum zweiten Mal für die Stadtbahn im Limmattal aus.

Im November 2015 genehmigte es das gesamte Projekt mit einem Ja-Stimmenanteil von 64,5 Prozent grundsätzlich, nun stellte es sich noch deutlicher dahinter (Ja-Stimmenanteil pro Bahn: 82,9 Prozent). Die Stimmbeteiligung betrug 39,3 Prozent.

Wachstumskritik aus dem Limmattal

Die neuerliche Abstimmung wurde nötig, weil ein Komitee aus dem Limmattal mit einer Initiative verlangt hatte, dass die zweite Bauetappe von Schlieren bis Killwangen nicht realisiert werden soll.

Das Komitee begründete dies mit der ersten Abstimmung - die betroffene Bevölkerung im Bezirk Dietikon hatte sich damals gegen die Limmattalbahn ausgesprochen, war aber vom Rest des Kantons überstimmt worden. Kritik gab es damals einerseits wegen der Linienführung im Detail, andererseits wegen des seit Jahren bestehenden Wachstums in der Boomregion generell.

«Uns war bewusst, dass es ein Abstimmungskampf wie David gegen Goliath ist»
Die Enttäuschung über das Resultat über die Limmattalbahn hält sich in Grenzen, da dieses Ergebnis ein Stückweit erwartet wurde.

Quelle: TeleZüri

Die Befürworter der Bahn machten geltend, dass ein Verzicht auf die zweite Etappe die Verkehrsprobleme nicht lösen würde: Diese würden sich angesichts des weiter erwarteten Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstums vielmehr vergrössern.

Die Mehrheit der Zürcher folgte dieser Argumentation. Und auch im Bezirk Dietikon kam es zu einem Meinungsumschwung - er sprach sich für den Bau der zweiten Etappe aus (63,9 Prozent Ja-Stimmen), 2015 hatte er die Bahn abgelehnt (45,2 Prozent Ja-Stimmen). In keiner Gemeinde resultierte nun ein Nein, 2015 waren die Bahngegner noch in acht der elf Bezirks-Gemeinden in der Überzahl gewesen.

Pläne für eine Verlängerung

Die erste Etappe von Zürich-Farbhof bis Schlieren wird bereits erstellt. Sie wird im September 2019 - als Verlängerung des Zürcher Zweier-Trams - eröffnet.

Nach dem Zürcher Volksentscheid vom Sonntag werden danach wie geplant die weiteren Arbeiten in Angriff genommen. Die Limmattalbahn soll dann gemäss aktuellem Zeitplan Ende 2022 vom Bahnhof Zürich-Altstetten über Schlieren und Dietikon bis an den Bahnhof Killwangen-Spreitenbach AG verkehren. Auf der 13,4 Kilometer langen Strecke sind 27 Haltestellen vorgesehen.

Es muss am Ende nicht bei diesen beiden Etappen bleiben: Im Kanton Aargau gibt es Pläne, die Stadtbahn über Wettingen bis nach Baden zu verlängern.

Quelle: sda 23.9.2018

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