Gerichtsurteil

Konkurs-Eröffnung jetzt definitiv: Im Schloss Böttstein gehen die Lichter aus

Über Pearl Anthony Lauper, die Eigentümerin von Schloss Böttstein, wurde definitiv der Konkurs eröffnet. Das Zürcher Obergericht hat ihre Beschwerde abgewiesen. Das Konkursamt hat erste Massnahmen ergriffen.

Die Hoffnung der Schloss-Eigentümerin Pearl Anthony Lauper hat sich zerschlagen: Das Zürcher Obergericht hat ihre Beschwerde gegen die Konkurseröffnung mit Urteil vom 4. Juli abgewiesen. Dies bestätigt Sprecherin Fabienne Bittel. «Der Konkurs wurde eröffnet.» Zur Begründung äussert sie sich nicht.

Die in Kilchberg ZH wohnhafte Lauper kann das Urteil vor Bundesgericht zwar anfechten. Dass die Lichter im Gastronomiebetrieb demnächst ausgehen, kann sie aber nicht verhindern. «Der Hotel- und Restaurantbetrieb wird geschlossen», sagt Christoph Rengel als zuständiger Notar und Konkursverwalter vom Konkursamt Thalwil.

Das Konkursamt Brugg werde mit der Schliessung beauftragt und den genauen Ablauf festlegen. Rengel nennt die Problemfelder Hochzeits- und Hotelreservationen sowie verderbliche Lebensmittel. «Hochzeitspaare mit Reservationen tun gut daran, sich beim Konkursamt Brugg zu melden», sagt er.

Dabei schien es vor kurzem noch, als könne sich die Schlossherrin mit Erfolg gegen die Eröffnung des Privatkonkurses wehren. Ausgelöst hatte diese eine Betreibung, auf welche die 53-Jährige nicht reagierte. Das Zürcher Obergericht verfügte auf ihre Beschwerde hin die aufschiebende Wirkung. Damit konnte Lauper den Hotelbetrieb weiterführen. Sie hatte das Schloss mit vier Parzellen vom Energiekonzern Axpo im Juli 2017 gekauft. 

Grundstücke durch Anmerkung im Grundbuch gesichert

Vom Privatkonkurs sind auch ihre Unternehmen betroffen. Das sind die Einzelfirma «Schloss Böttstein, Anthony Lauper» sowie die «Wilkinson Immobilien GmbH», zu der einige Wohnobjekte gehören. Rengel führt aus: «Alle Aktiven wurden gesichert, das heisst Bankkonten gesperrt, Grundstücke durch eine Anmerkung im Grundbuch gesichert.» Die Verwaltung aller Objekte wird mittels Rechtshilfe durch die lokalen Konkursämter übernommen. «Wir behalten die Oberaufsicht.»

Im Konkursverfahren werde nur so viel verwertet, wie für die Schuldentilgung notwendig ist. Danach kann Lauper allfällige restliche Aktiven wieder übernehmen. «Bis dahin ist aber noch sehr vieles zu klären und aufzuarbeiten», sagt Rengel. «Es wird sich zeigen, ob das Schloss überhaupt verkauft werden muss und ob es Frau Lauper dereinst wieder eröffnen kann.» Das Konkursamt hatte nach Sichtung von Laupers Bücher Ende Mai noch festgestellt, dass keine Überschuldung, sondern ein Liquiditätsproblem vorliegt. Geht das Konkursamt weiterhin davon aus, dass das Vermögen ausreicht, alle Schulden von Lauper zu begleichen? «Davon kann nach jetzigem Wissenstand noch ausgegangen werden», antwortet Rengel. Dieser basiert auf den Angaben und der Buchhaltung von Lauper. «Genaues werden wir wissen, wenn die Frist für den Schuldruf verstrichen ist und wir alle Forderungen kennen.»

Die Gläubiger werden sich allerdings in Geduld üben müssen. Das Konkursverfahren dürfte wegen der Fristen und aufwendigen Verwertungen noch einige Monate dauern.
Trotz der Konkurseröffnung: Lauper hat weiterhin Zutritt zu ihren Wohnräumlichkeiten. «Wir beauftragen die lokal zuständigen Konkursämter mit der Sicherung beziehungsweise Übernahme der Verwaltung.» Über die sogenannten Fahrnisobjekte, beispielsweise Mobiliar, werden die Inventare erstellt. «Soweit für die Sicherung notwendig, können auch Räume versiegelt werden», hält Rengel fest.

Die AZ hat Pearl Anthony Lauper telefonisch nicht erreicht. Eine schriftliche Anfrage blieb unbeantwortet.

(10. Juli 2019)

Philipp Zimmermann

Quelle: Aargauer Zeitung 9.7.2019

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