Mit genügend Abstand zum Wald sind Höhenfeuer am 1. August möglich.
Foto: Benjamin Manser (St. Gallen, 1. August 2017
Waldbrandgefahr

Zu trocken, zu heiss, zu windig: Der Aargau erlässt als erster Kanton ein Feuerverbot im Wald

Der Aargau hat die Gefahrstufe von Waldbränden als erster Kanton der Schweiz auf «gross» angehoben. Das bedeutet die zweithöchste Stufe. Damit gilt ein Feuerverbot im Wald und am Waldrand. Feuerwerk ist mit einem Mindestabstand von 200 Metern zum Wald erlaubt.

Vor einer Woche war der Aargau noch grün, die Gefahr von Waldbränden wurde als gering eingestuft, auch an wilden Feuerstellen durfte grilliert werden. Seither hat sich die Situation markant verändert: Letzten Donnerstag erhöhte der kantonale Führungsstab die Waldbrand-Gefahrenstufe auf «2, mässig», seit Dienstag gilt die zweithöchste Stufe «4, gross».

Die Verantwortlichen der Aargauischen Gebäudeversicherung und des Teilstabs Waldbrandgefahr erliessen zugleich ein Feuerverbot in Wäldern und im Abstand von bis zu 50 Metern zu Waldrändern, das am Dienstag um 16 Uhr in Kraft trat. «Die Wetteraussichten für die kommenden Tage deuten auf eine weitere Verschärfung der Waldbrandgefahr hin», heisst es in einer Mitteilung des Kantons.

Der Aargau ist der erste Kanton mit Feuerverbot

Das Feuerverbot gilt im ganzen Aargau und «ausdrücklich auch für die bestehenden, eingerichteten Feuerstellen und bei Waldhütten sowie an Picknick- und Spielplätzen in Wäldern und Waldrändern», halten die Verantwortlichen weiter fest. Das Verbot sei nötig geworden, «weil der Waldboden seit der letzten Beurteilung weiter ausgetrocknet ist und sich dadurch die Brandgefahr erhöht hat», teilt der Kanton mit. In befestigten Feuerstellen in Gärten, Schrebergärten oder Terrassen, die mehr als 50 Meter von einem Wald entfernt liegen, könne mit der gebotenen Vorsicht weiterhin grilliert werden.

Für die kommenden Tage seien hohe Temperaturen prognostiziert, die in Kombination mit dem Wind die Waldbrandgefahr noch weiter verschärfen. Das Verbot bleibt bis auf weiteres in Kraft und wird erst nach ausreichenden Niederschlägen wieder aufgehoben. Der Aargau ist der erste Kanton, der die Gefahrenstufe auf «4, gross» anhebt und ein Feuerverbot im Wald und an Waldrändern erlässt.

Höhenfeuer und Feuerwerk sind am 1. August erlaubt

Trotz grosser Waldbrandgefahr werden Höhen- und 1.-August- Feuer nicht verboten. Laut dem kantonalen Führungsstab sind diese Feuer «mit Abstand zum Waldrand und den entsprechenden Sicherheitsmassnahmen nach Absprache mit den lokalen Behörden» erlaubt. Dasselbe gilt für Feuerwerk: Raketen und Vulkane dürfen gezündet werden, dabei muss aber ein Mindestabstand von 200 Metern zum Waldrand zwingend eingehalten werden. Auch die Sicherheitsabstände zu trockenen Felder oder Häusern seien strikt zu beachten, schreibt der Kanton.

Zudem bittet der Kanton die Bevölkerung keine brennenden Raucherwaren oder Zündhölzer wegzuwerfen, bei starkem Wind im Freien nicht zu feuern und vor Verlassen der Feuerstelle sicherzustellen, dass sowohl Feuer als auch Glut tatsächlich erloschen sind.

Quelle: Aargauer Zeitung