Das vollkommen zerstörte Unfallauto.
Foto: Daniel Arnold/TeleM1
Effingen/A3

Drei Todesopfer nach Horror-Crash am Bözbergtunnel ++ Es sind Erwachsene aus dem Baselbiet ++ Unfallverursacher in der Psychiatrie

Bei einem heftigen Verkehrsunfall auf der A3 bei Effingen AG sind am Mittwochmorgen drei Erwachsene ums Leben gekommen. Der Unfallfahrer wurde nach kurzer Flucht verhaftet. Der Bözbergtunnel wurde für einige Stunden gesperrt.

Ein Porsche Cayenne rammte am Mittwochmorgen auf der Autobahn A3 bei Effingen einen Renault. Dieser wurde dabei in einen Lastwagen geschoben. Drei Personen kamen im Renault ums Leben. Auf der Unfallstelle war nicht eindeutig erkennbar gewesen, wieviele Opfer sich im zusammengedrückten Auto befanden. Ihre Bergung war nicht sofort möglich.

Das Fahrzeug wurde deshalb zum A3-Werkhof bei Frick gebracht. Dort konnten die Leichname geborgen werden, wie die Aargauer Kantonspolizei mitteilt. Es handelt sich um drei Erwachsene aus dem Baselbiet. Für die Insassen des Renault kam laut Polizeiangaben jede Hilfe zu spät.

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Quelle: Tele M1

«Noch ist die Identifikation und die Verständigung der Angehörigen nicht abgeschlossen», teilt die Kantonspolizei mit. Nähere Angaben zur Identität des Todesopfer könnten deshalb noch nicht gemacht werden.

Wegen einer Tagesbaustelle war der Überholstreifen vom Nationalstrassen-Unterhaltsdiensts gesperrt worden. Mit entsprechender Signalisation wurde der Verkehr auf den Normalstreifen geleitet. Dadurch hatte sich eine stockende Kolonne gebildet.

Die Bilder von der Unfallstelle:

Der Porsche-Fahrer, der Unfallverursacher, blieb unverletzt und wollte zu Fuss flüchten. Er wurde verhaftet, wie Polizeisprecher Bernhard Graser gegenüber TeleM1 sagte. «Warum er flüchten wollte, das müssen wir noch abklären», sagte er.

Der Lenker wurde vorsorglich im Spital untersucht, blieb aber unverletzt. Er wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach eröffnete gegen ihn eine Strafuntersuchung. Die Hintergründe des Unfalls und die Motive des Unfallverursachers sind noch unklar.

Viel zu schnell gefahren

Der mit hoher Geschwindigkeit fahrende Porsche-Lenker, ein 45-jähriger Montenegriner mit Wohnsitz im Aargau, bemerkte im letzten Moment, dass der Verkehr vor dem Bözbergtunnel auf eine Spur geleitet wurde. Er schwenkte vom Überholstreifen nach rechts und streifte dabei zunächst einen Sattelschlepper. Der Wagen prallte mit grosser Wucht ins Heck eines Renault Kadjar. Dieser wurde nach vorne ins Heck eines Anhängerzuges geschoben und zwischen den beiden Fahrzeugen zerquetscht.

In Anwesenheit der polizeilichen Unfallspezialisten, der Staatsanwaltschaft und des Instituts für Rechtsmedizin Aargau wurde das Wrack durch die Strassenrettung der Feuerwehr geöffnet.

Autobahnunfälle mit Blechschäden sind Alltag für die Mitarbeiter des Nationalstrassenunterhalts. «Aber eine solche massive Zerstörung, das geht unter die Haut», sagte Graser in einer Sondersendung von TeleM1. «Da werden die Betroffenen Hilfe annehmen müssen, wenn es Probleme gibt.» Laut Bernhard Graser haben Augenzeugen den Unfall beobachtet. Eine Autobahnkamera könnte Bilder liefern.

An beiden Autos entstand Totalschaden. Der Anhänger des vorderen Sattelschleppers wurde stark beschädigt. Am anderen Sattelschlepper entstand leichterer Schaden. Der Gesamtschaden lässt sich noch nicht beziffern.

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Quelle: TeleM1

Die Kantonspolizei Aargau musste die A3 in Richtung Zürich vollständig sperren. Der Verkehr wurde beim Anschluss Frick abgeleitet und in Richtung Bözberg geführt. Als Folge davon bildeten sich kilometerlange Staus. Die Unfallstelle war um 13.50 Uhr geräumt. Rund eine Stunde später hatte sich der Verkehr weitgehend normalisiert.

(pz/gia/sda)

Polizeibilder vom November:

Quelle: Aargauer Zeitung