Quelle: TeleM1

Merenschwand

Die Brandserie ist geklärt: Die zwei verhafteten Feuerteufel gestehen die Taten

Die Kantonspolizei Aargau hat zwei Personen verhaftet, die im Verdacht standen, für mehrere Brände verantwortlich zu sein. Die beiden haben nun gestanden, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Es handelt sich um einen 22-jährigen Mann und eine 17-jährige Frau.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft bestätigt, worüber die AZ bereits am Sonntag berichtete, dass die Kantonspolizei am frühen Samstagmorgen im Rahmen ihrer Untersuchungen zu den Brandfälle in Merenschwand zwei Personen verhaftet hat.

Dabei handelt es sich um einen 22-jährigen Schweizer und eine 17-jährige Schweizerin. Beide gestehen sämtliche Taten: Sowohl das Feuer bei der Kistenfabrik und einem Gartenbaubetrieb in der Nacht auf Freitag als auch den Brand in der Nacht auf Samstag in der Waldhütte sowie das Anzünden einer Thujahecke.

Weshalb die beiden Personen die Brände gelegt haben und mit welchen Mitteln, ist noch unklar. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hat gegen den 22-jährigen Schweizer ein Verfahren wegen mehrfacher Brandstiftung eröffnet. Das Verfahren gegen die 17-jährige Teenagerin wegen mehrfacher Brandstiftung führt die Jugendanwaltschaft.

Bilder vom Waldhüttenbrand in Merenschwand in der Nacht auf Samstag

Nur wenige Meter vom letzten Tatort verhaftet

Recherchen des Regionalsenders Tele M1 haben ergeben, dass die zwei Beschuldigten nur wenige Meter vom letzten Brandherd bei der Thuja-Hecke verhaftet worden sind. Die beiden Feuerteufel sollen noch während die Flammen loderten, in der Nähe der Hecke herumgeschlichen sein. Dies sei den Polizeibeamten verdächtig vorgekommen.

Die Nachricht der Verhaftung sorgte am Sonntag für Erleichterung im Dorf. Matthias Löhrer wohnt ganz in der Nähe des dritten Brandplatzes. Gegenüber Tele M1 sagt er: «Ich wohne in einem alten Holzhaus. Da ist einem schon etwas bange, dass man selbst ein Opfer dieser Brandstifter werden könnte.» Er sei erleichtert über die Festnahmen.

Vier Brände innerhalb von zwei Tagen

Die ersten zwei Brände wurden in der Nacht auf Freitag in der Halle des Gartenbaubetriebs Rainer Heggli AG gelegt. Die Räumlichkeiten gehören der Kistenfabrik Merenschwand, die gerade neben der Halle ihre Werkstatt hat. An über 20 Stellen wurde das Feuer entfacht. Dank dem schnellen Einsatz der Feuerwehr konnten die Brandherde schnell gelöscht werden. Dennoch entstand grosser Schaden beim Gartenbaubetrieb, unter anderem Wasserschaden wegen dem Einsatz der Feuerwehr und den Sprinkleranlagen. Die Kistenfabrik blieb weitgehend verschont: Nur ein paar verkohlte Bretter zeugen von der Brandstiftung. Beide Betriebe konnten normal weiterarbeiten.

Merenschwand: Feuerwehr verhindert Grossbrand in Kistenfabrik

Bei einer Kistenfabrik in Merenschwand brach in der Nacht auf Freitag kurz nach Mitternacht ein Brand aus. Dank Brandschutz und raschem Eingreifen der Feuerwehr blieb dieser ohne grössere Folgen. Die Kantonspolizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Quelle: Tele M1

In der darauf folgenden Nacht gingen wieder Flammen auf: Die Waldhütte brannte komplett ab. Der Totalschaden am Gebäude beläuft sich auf mehrere hunderttausend Franken.

Kurz zuvor in derselben Nacht stand bereits eine Thujahecke bei einem Einfamilienhaus im Dorf in Flammen. Sie brannte auf über zehn Metern Länge nieder. Die Feuerwehr konnte das Feuer rasch löschen und weiteren Schaden abwenden.

Unübliche Täterschaft

Für den forensischen Psychiater Josef Sachs ist es eher ungewöhnlich, dass die beiden Festgenommenen gemeinsam in die Brandstiftungen verwickelt sind. «Meisten handeln Brandstifter alleine», erklärte er «Tele M1» und fügte an: «Es sind meistens jüngere Männer, die nicht selten psychische Probleme haben.»

(luk/jod)

Quelle: Aargauer Zeitung 19.8.2019

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