Der «Gabenzaun» in Baden.
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Coronavirus

Hilfe für Menschen in Not - in Baden gibt es einen «Gabenzaun»

An einem Zaun vor der katholischen Stadtpfarrkirche in Baden hängen seit kurzem Dinge für den alltäglichen Gebrauch – zum Mitnehmen für jene, die es schwer haben.

Seit letzter Woche steht bei der katholischen Stadtpfarrkirche in Baden auf dem Kirchplatz ein «Gabenzaun». Dort hängen in Säcken gut haltbare Lebensmittel, WC-Rollen und Hygieneartikel, von denen sich Menschen in Not bedienen dürfen. «Das können Bedürftige sein, aber natürlich auch Menschen, die nun die Wirtschaftskrise wegen Corona besonders hart trifft und in Geldnot gerieten», sagt die Initiantin und Jugendseelsorgerin Cornelia Haller von der katholischen Kirchgemeinde Baden-Ennetbaden.

Solche Gabenzäune gibt es in grösseren deutschen Städten schon länger und nicht erst seit der Coronakrise. «Als dann vor kurzem in Basel der erste Schweizer Gabenzaun in Betrieb ging, machten wir uns daran – wie inzwischen weitere Städte auch –, diese Idee ebenfalls umzusetzen», so Haller.

Um die strengen Lebensmittelgesetze in der Schweiz einhalten zu können, werden die Säcke kontrolliert und aus hygienischen Gründen angeschrieben, was drin ist. Damit diese niemand unnötig öffnen muss. Wichtig dabei: «Es geht nicht darum, Gemüse oder Joghurts zu verschenken, in den Säcken dürfen keine Lebensmittel drin sein, die gekühlt werden müssen», erklärt die Jugendseelsorgerin.
Gefragt seien zum Beispiel Taschentücher oder Zahnpasta, aber auch Essig, Öl oder Salz: «Nicht schwerpunktmässig Lebensmittel, sondern Dinge für den alltäglichen Gebrauch.» Und wenn doch Nahrungsmittel, dann solche, die länger haltbar sind, also in Dosen oder zum Beispiel Teigwaren. «Wir zählen dabei auf die Sorgfalt und Einhaltung der Regeln aller; der Schenkenden, sowie der Beschenkten», bekräftigt Haller.

«Zäme Ässe» wurde als Take-away reaktiviert

In manchen deutschen Städten sei es leider vorgekommen, dass an den Zäunen hängende Säcke zerrissen wurden und was nicht gebraucht wurde, am Boden liegengelassen. «Da der Zaun aber gleich neben der Kirche ist, ist es uns möglich, diesen gut beobachten zu können», so Haller weiter. Da sie um die Hemmschwelle vieler armutsbetroffener Menschen weiss, Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist sie froh um das mit dem Gabenzaun erweiterte Angebot der Kirche: «Dieser lässt es zu, sich anonymer zu bewegen.»

Andererseits hätten sie vor drei Wochen auch das wegen der Coronakrise nicht mehr durchgeführte Angebot ‹Zäme Ässe› reaktiviert – in Form eines Take-aways. «Im Saal des Roten Turms kochen wir jeden Donnerstagabend für einen Franken ein währschaftes Nachtessen für Menschen in Not», sagt Haller. Familien können vorbestellen, alle Angaben dazu seien auf der Homepage der Pfarrei Baden zu finden. «Ich wünsche mir sehr, dass die Menschen den Mut fassen, und die Hilfe annehmen, die es gibt», betont Haller.

Claudia Laube
Quelle: AZ