Telli-Überbauung

«Mein Balkon ist völlig verkotet!» – Aarauerin leidet unter Taubenplage

Eine Bewohnerin in Aarau leidet zu Hause unter einer regelrechten Taubenplage. Um die Tiere loszuwerden, wendet sie sich an die Facebook-Community. Dabei bekommt sie so manche Ratschläge, bisher hat sich jedoch keiner als hilfreich erwiesen. Wir haben deshalb bei der Stadt für sie um Rat gefragt.

Chantal Auderset hat ein Problem. Ihr Balkon im Telli in Aarau wurde regelrecht von Tauben eingenommen. Egal was die Aarauerin macht, die lästigen Federviecher lassen sich nicht vertreiben. Auf Facebook fragte sie deshalb in der Community um Rat gefragt.

Wie Auderset gegenüber ArgoviaToday erzählt, waren die Tauben in der Telli-Überbauung schon immer anzutreffen. Seit Juli hat die Anzahl nochmals stark zugenommen und die Vögel hinterlassen ihre Spuren. «Sie verkoten meinen Balkon und verdrecken alles. Der Kot ist fast nicht wegzukriegen!» Zudem beklagt die Aarauerin: «Die Tiere sind unglaublich laut!» Sie raubten der Anwohnerin stetig den Schlaf: «Dieses Gurren, welches die Tauben von sich geben, kann man einfach nicht ignorieren.» Es geht sogar so weit, dass sich Auderset überlegt, im Wohnzimmer zu übernachten.

Wie viele Tiere sich auf ihrem Balkon eingenistet haben, kann die Betroffene nicht sagen: «Die Tauben sehen einfach alle gleich aus. Einmal habe ich über zehn Vögel gezählt.» Und die Anzahl nimmt nicht ab, vielmehr steigt sie – und das vor ihren Augen, denn die Tauben legten auf ihrem Balkon Eier.

Um die lästigen Federviecher loszuwerden, hat Auderset schon einiges ausprobiert. «Zu Beginn habe ich CDs und Alufolie an einem Velo befestigt.» Das hielt die Tauben zwar für kurze Zeit fern, jedoch kehrten sie wieder zurück. «Das Einzige, das half, war, als ich die Tauben mit Wasser bespritzte. Ich kann nicht den ganzen Tag am Fenster stehen und mit einer Wasserpistole auf die Tiere zielen.»

Taubenproblematik ist der Stadt Aarau bekannt

Ein Taubenproblem gibt es in der Stadt Aarau schon seit längerem. Lisa Kaufmann, Stadtökologin von Aarau, bestätigt dies gegenüber ArgoviaToday. Im Jahr 2016 hat die Stadt deshalb eine Strategie mit verschiedenen Massnahmen entwickelt, um das Problem unter Kontrolle zu bringen. «Damals haben wir den städtischen Taubenschlag vergrössert, es lebten rund 5000 Tauben in Aarau.»

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Rund fünf Jahre darauf wurde laut Kaufmann noch ein zweiter Taubenschlag im Dachgeschoss des Rathauses Nord eröffnet. Dieser zeigte auch Wirkung. «Vor der Eröffnung lag die Population etwa bei 2500 Tieren. Mittlerweile sollte die Population der Stadttauben bei 1500 Tieren liegen», sagt Kaufmann. Das Ziel der Stadt ist es, in Aarau eine kleine und gesunde Stadttaubenpopulation zu erreichen, welche unter hygienischen Bedingungen lebt.

Bitte keine Tauben füttern!

Die Abnahme der Anzahl Tauben hat sich laut Kaufmann auch bei der Bevölkerung spürbar gemacht. «Die Reklamationen von den Leuten haben in den letzten fünf Jahren abgenommen.» Dennoch finden die Stadttauben in den verwinkelten Innen- und Hinterhöfen und auf Balkonen immer wieder neue Stand- und Brutplätze, an denen sie viel Kot hinterlassen. So auch bei Auderset. Personen, welche unter einem ähnlichen Problem leiden, rät Kaufmann: «Nur geeignete Taubenabwehrsysteme helfen, um die Tauben zu vertreiben.» Dabei handelt es sich unter anderem um Spikes, Netze oder das fachmännische Verschliessen einer betroffenen Stelle, um den Zugang für die Stadttaube zu verhindern. So ist es laut der Expertin ratsam, die Tauben so oft wie möglich zu stören und zu vertreiben.

Weiter rät die Expertin: «Falls die Tauben Eier legen, sollten sie entfernt werden.» Taubenpaare können nämlich pro Jahr bis zu zehn Eier legen. Das jedoch stets unter angenehmen Bedingungen. Es ist also wichtig, dass das Füttern der Tiere stets unterlassen wird.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 23. Oktober 2023 06:59
aktualisiert: 23. Oktober 2023 06:59