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Küttigen: Wolf tappt in Fotofalle – ist er für Schafsrisse verantwortlich?

In Küttigen wurde ein Wolf von einer Fotokamera erfasst.
Foto: zVG/Aargauer Zeitung
Von Wildkamera erfasst

Wolf tappt im Küttiger Wald in die Fotofalle – hat er auch Tiere im Aargau gerissen?

Acht Schafe sind Ende Mai innert weniger Tage gerissen worden, in Kallern im Freiamt und in Unterkulm im Wynental. Verantwortlich könnte der Wolf sein, der vor wenigen Tagen im Wald in Küttigen von einer Wildtierkamera aufgenommen wurde.

Das Tier streifte am 3. Juni auf dem Gemeindegebiet von Küttigen im Wald umher, das zeigt das Bild von Marianne Bürki, das sie der «Aargauer Zeitung» zur Verfügung gestellt hat. Wegen der Witterung und des Nebels ist die Aufnahme zwar etwas unscharf. Das Tier ist aber deutlich zu erkennen.

Von der Wolfssichtung hat die Abteilung Jagd und Fischerei offenbar bisher nichts gewusst, sagt deren Fachspezialist Erwin Osterwalder gegenüber dem Blatt: «Hätten wir das Foto gleichentags erhalten, hätten wir eine Warnung an Viehhalter in der Region ausgesprochen.» Kamerabesitzerin Bürki habe die Sichtung der Stiftung Kora gemeldet, welche solche Nachweise sammelt, heisst es weiter. Nach einigen Tagen mache aber eine Warnung keinen Sinn mehr, da das Tier in der Zwischenzeit weitergezogen sein dürfte, ergänzt Osterwalder gegenüber der Zeitung.

Ein Blick auf die Kora-Website zeigt zudem: Das Monitoring von Wildtier-Sichtungen ist wegen technischer Umstellungen derzeit nicht vollständig.

Risse im Freiamt und dem Wynental

Gleich in mehreren Aargauer Gemeinden waren im Mai 2024 gerissene Schafe entdeckt worden. Der Kanton geht davon aus, dass es sich um Wolfsangriffe handelt.

In Kallern im Freiamt wurden am Dienstag, 28. Mai 2024, drei Schafe tot aufgefunden. Drei weitere Schafe mussten eingeschläfert werden. Wie der Kanton Aargau auf seiner Website schreibt, deutet das Rissbild auf einen Wolf hin.

Quelle: Tele M1

Und am Samstag, 25. Mai 2024, war das Raubtier offenbar im Wynental unterwegs. In Unterkulm wurden drei Schafe verletzt, zwei mussten eingeschläfert werden. Auch hier geht der Kanton von einem Wolfsangriff aus.

Gut zwei Wochen zuvor, am Freitag, 10. Mai 2024, wurden in der Nachbargemeinde Waltenschwil ebenfalls zwei gerissene Schafe entdeckt. Auch hier schreibt der Kanton, dass das Rissbild auf einen Wolf hindeute.

Ob es sich beim «Täter» immer um denselben Wolf handelt, ist aber nicht klar.

(lba)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 6. Juni 2024 09:18
aktualisiert: 6. Juni 2024 09:18
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