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Baden: Werkhof und Polizei sammeln herrenlose Velos ein

Die herrenlosen Velos bei den Ständern neben dem Langhaus sorgten lange für Verwirrung und Chaos. Künftig wird die Stadt Baden solche Drahtesel abtransportieren. (Archivbild)
Foto: Facebook/ Ma GS Müller
Chaos am Ständer

Stadt Baden eröffnet die Jagd auf herrenlose Velos

Im letzten Sommer haben die zahlreichen Velos am Bahnhof Baden für grossen Ärger gesorgt. Wochenlang standen diese herum, ohne abgeholt zu werden. Niemand fühlte sich dafür verantwortlich. Nun reagiert die Stadt Baden.

Die bestehenden Veloparkplätze in der Badener Innenstadt platzen an warmen Sommertagen aus allen Nähten. «Zweiräder und andere Kleinfahrzeuge erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, was auch die Nachfrage nach entsprechenden Abstellplätzen laufend erhöht», schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Das Problem dabei: Viele Velos blockieren die Abstellplätze über Wochen, wenn nicht sogar Monate, ohne dass die Besitzer diese abholen. «Dieser Platz fehlt jenen Nutzerinnen und Nutzern, die regelmässig mit dem Velo unterwegs sind», heisst es in der Mitteilung weiter. Deshalb sammelt die Polizei in Zusammenarbeit mit dem Werkhof ab sofort herrenlose Drahtesel ein.

6 Monate Zeit, um Velo abzuholen

Laut Martin Brönnimann, Leiter Öffentliche Sicherheit, werden solche Velos eingesammelt, die länger als 30 Tage am selben Ort stehen. «Zu Beginn werden die Mitarbeitenden bei Velos, welche seit längerer Zeit auf ihren Besitzer warten, einen Zettel anbringen.» So wird den Haltern signalisiert, dass ihr Zweirad in 30 Tagen durch die Stadt Baden eingesammelt wird. «Ist diese Frist abgelaufen und das Velo steht samt Zettel immer noch an Ort und Stelle, nehmen wir es mit», so Brönnimann. Schon in den nächsten Tagen werden die ersten Zettel angebracht. Schrottvelos werden bereits ab dann abtransportiert.

Die Polizei wird dann kontrollieren, ob die eingesammelten Velos als gestohlen gemeldet wurden. Ist das der Fall, informiert sie die Besitzer, damit diese ihr Drahtesel gratis abholen können. Liegt aber keine Meldung über einen Diebstahl vor, dann werden die Velos für sechs Monate in einer zentralen Sammelstelle gelagert. Gegen eine Gebühr von 30 Franken können die Besitzer ihr Zweirad dann wieder abholen. Hat sich nach sechs Monaten niemand gemeldet, werden die Velos verwertet: «Wir spenden sie dann einer gemeinnützigen Organisation zur weiteren Verwertung», erklärt Brönnimann.

Erfahrungswerte aus Aarau

Wie viele Velos künftig in der zentralen Sammelstelle landen, weiss der Leiter Öffentliche Sicherheit in Baden nicht. Dafür fehlen die Erfahrungen. Für den ersten Sammelrundgang, wo eben auch die schrottreifen Drahtesel abtransportiert werden, wird der Werkhof zusammen mit der Polizei «auf jeden Fall einen grossen Lastwagen mitnehmen».

In Aarau werden die Abstellplätze seit dem Jahr 2018 ebenfalls durch die Stadt betreut. Die Kantonshauptstadt betreibt das System, welches Baden nun eingeführt hat, also seit fünf Jahren. Einziger Unterschied: Die Besitzerinnen und Besitzer haben nicht 30, sondern 45 Tage Zeit, um ihr Gefährt abzuholen – hier sollten also Erfahrungswerte vorliegen. Auf Anfrage heisst es von der Aarauer Stadtverwaltung, dass jährlich rund 300 Drahtesel eingesammelt werden. Davon würden lediglich drei bis fünf Prozent den Weg zurück zu ihrem Besitzer finden. Maximal 15 Personen holen ihr Velo also gegen eine Gebühr von 30 Franken wieder ab.

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Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 2. März 2023 16:44
aktualisiert: 2. März 2023 16:44
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