Foto: leafsystems.eu

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Nemo's Wundergarten

Ein Unterwasser-Gewächshaus vor der Küste Italiens lässt Hoffnung wortwörtlich «aufblühen».

Einmal eine Unterwasserstadt entdecken: Wer vor der lingurischen Küste in Italien taucht, kann das wirklich tun. Doch die sechs Plexiglaskuppeln, die auf Stelzen auf dem Meeresboden stehen, sind nicht etwa die Häuser eines futuristischen Atlantis -  es sind Gewächshäuser (mit dem kreativen Namen «Nemo's Garden»), in denen eine italienische Familie Erdbeeren, Bohnen, Basilikum und Salat anbaut.

Will ein Familienmitglied der Gamberini nach ihrem Obst und Gemüse schauen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als in einen Tauchanzug zu steigen und sich eine Sauerstoffflasche an den Rücken zu schnallen. Die Gewächshäuser, die mit Luft gefüllt sind, sind nur mit einem Tauchgang erreichbar.

Kein Problem für Luca Gamberini und dessen Vater Sergio. Die beiden sind Taucher und besitzen eine Firma für Tauchausrüstung. Zu Gärtnern wurden sie nur durch Zufall. Für eine Marketing-Aktion stellten sie auf dem Meeresgrund eine Plexiglaskuppel auf. Als Witz platzierten sie darin eine Basilikum-Pflanze. Zu ihrem Erstaunen wuchs diese enorm schnell. Die ungewöhnliche Idee war geboren.

Mittlerweile stehen sechs Gewächshäuser auf dem Meeresgrund, die je einen Druchmesser von rund zwei Metern haben. Die Familie ist überzeugt von ihrer doch eher ungewöhnlichen Anbaumethode. So soll der Basilikum nach ihren Angaben bereits nach zwei statt sieben Tagen keimen. Eine Lösung für das Hunger- und Platzproblem weltweit?

Die Vorteile der Unterwasser-Methode: Im Sommer liegt die Wassertemperatur konstant bei 20 Grad und ist auch in der Nacht keiner starken Kühlung ausgesetzt, da Wasser ein ausgezeichneter Wärmespeicher ist. Zudem gelangen erst gar keine Schädlinge in diese Unterwasserfarm. Somit kann man sich Insektizide und Pestizide sparen.

Quelle: watson.ch 8.9.2017

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