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Aargau

GE-Stellenabbau: Aargauer Regierung ist bestürzt

Der Aargauer Regierungsrat gibt sich bestürzt über den Abbau von 1400 Stellen bei General Electric (GE). Dass die Produktionsstandorte Birr und Oberentfelden erhalten bleiben, verbucht der Regierungsrat als Folge seiner Bemühungen.

Der Massenabbau ist gemäss Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (SP) «ein harter Schlag für den Industrie- und Wirtschaftskanton Aargau». Er bedaure zutiefst, dass GE aufgrund der Marktsituation im Turbinengeschäft und des weltweiten Spar- und Restrukturierungsprogramms solche drastische Massnahmen ergreife.

Gemäss Informationen des Regierungsrat findet der Stellenbau bei GE Power in Baden in den Bereichen Engineering, Forschung, Entwicklung und Administration statt. Die GE-Unternehmensstandorte in Birr und Oberentfelden werden erhalten.

Baden bleibt Hauptsitz für die Geschäftsbereiche Steam Power Systems und Power Services. Diese Informationen erhielt Regierungsrat Hofmann am Donnertag direkt von Joe Mastrangelo, CEO GE Gas Power Systems, und Scott Strazik, CEO GE Power Services, wie es in einer Medienmitteilung der Aargauer Staatskanzlei heisst.

Zwei Produktionsstandorte bleiben

Es habe gewisse Anzeichen gegeben, dass diese beiden GE-Standorte im Rahmen des Restrukturierungsprogramms geschlossen werden könnten, wird der Volkswirtschaftsdirektor zitiert. An diesen Standorten würden nun einige hundert GE-Arbeitsplätze erhalten. Dies sei vor allem im Hinblick auf eine künftige Erholung der Marktsituation sehr wichtig.

Man verfolge das Ziel, die negativen Auswirkungen der GE-Restrukturierung auf den Industriestandort Aargau möglichst klein zu halten. Es sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass in Zukunft neue Tätigkeiten aus anderen Geschäftsbereichen aufgebaut würden, hält der Volkswirtschaftsdirektor fest.

GE-Kahlschlag - Reaktion Stadt Baden
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Regierung verspricht Unterstützung

Der Regierungsrat setzt sich nach eigenen Angaben zusammen mit den Arbeitnehmerorganisationen dafür ein, dass der Stellenabbau reduziert werden kann. Man werde das Mögliche unternehmen, um den von einer Entlassung betroffenen Mitarbeitenden zu helfen.

Der Regierungsrat erwartet gemäss eigenen Angaben von GE eine wirkungsvolle Unterstützung der vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden und einen grosszügigen Sozialplan.

Als sich in diesem Spätsommer die Hinweise konkretisierten, dass GE eine grössere Umstrukturierung plant, nahmen der Aargauer Regierungsrat und Bundesrat Johann Schneider-Ammann mit der Konzernspitze Kontakt auf. Sie zeigten laut eigenen Angaben gegenüber GE die Stärken und Vorteile des Forschungs- und Produktionsstandortes Schweiz auf.

Mitte Oktober fand im amerikanischen Atlanta ein Treffen mit der GE-Konzernspitze statt. Die Schweizer Delegation bestand aus Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Valentin Vogt (Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes SAV und im betroffenen Sektor tätiger Unternehmer) sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern von Bund und Kanton Aargau. Auf Seiten GE waren Russell Stokes, Präsident und CEO von GE Power, und sein Team anwesend.

Bei diesem Treffen wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Bundes, des Kantons und GE eingesetzt. Sie solle Möglichkeiten aufzeigen, den GE-Forschungs- und Produktionsstandort Aargau über die aktuellen Abbau- und Restrukturierungsmassnahmen hinaus zu sichern, heisst es in der Medienmitteilung.

«Wir sind erschüttert»

In Baden wurde der Kahlschlag bei GE mit Bestürzung aufgenommen. Der Badener Stadtammann Geri Müller sagte in einem Argovia-Interview, das sei ein «Riesen-Schock». Aber der Stellenabbau sei eine logische Folge der weltweit massiv gesunkenen Nachfrage im Kraftwerkbau.

Urs Hofstetter

Quelle: SDA / Radio Argovia 7.12.2017

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